Wärmewende: Energie aus der Tiefe – viel Potenzial, aber auch viele Hürden
Frankfurt. Klimaneutral, unerschöpflich, konstant: Experten halten Geothermie, also die Wärmegewinnung aus tiefen Erdschichten, für einen wichtigen Baustein der Wärmewende. Doch der Bau von Geothermieanlagen gilt als aufwendig, risikobehaftet und teuer – und kommt deshalb nur schleppend voran.
Das liegt unter anderem an aufwendigen Genehmigungsverfahren. Die will die Bundesregierung erleichtern. Anfang September hat das Kabinett Gesetzesänderungen beschlossen, die unter anderem durch weniger Bürokratie die Genehmigung beschleunigen sollen.
Immerhin hat Geothermie laut einer Studie das Potenzial, etwa ein Viertel des gesamten deutschen Wärmebedarfs zu decken. Bisher ist aber nur ein geringer Teil davon erschlossen, zum Beispiel im bayerischen Ort Grünwald.
Der hat 2011 erste Gebäude an ein Fernwärmenetz angeschlossen, heute versorgt ein 110 Kilometer langes Netz laut dem Beratungsunternehmen Drees & Sommer 3500 Haushalte, Unternehmen und öffentliche Gebäude mit Wärme aus der Erde. Vergangenes Jahr habe die Gemeinde Grünwald so rund 22.000 Tonnen CO2 eingespart.
Grünwald setzt voll auf tiefe Geothermie
Der Ausgangspunkt für die Wärme liegt in mehr als 4000 Metern Tiefe. Von dort werde bis zu 128 Grad heißes Wasser gefördert, so die Beratungsfirma, die das Energieversorgungsunternehmen Erdwärme Grünwald beim Ausbau des Wärmenetzes unterstützt.