Wohnungsmangel: Verbände kritisieren Bau-Turbo
Berlin. Nach viel Lob für den geplanten Bau-Turbo formiert sich nun auch Widerstand. Ein Bündnis aus Bundesarchitektenkammer, Deutscher Umwelthilfe, Paritätischem Wohlfahrtsverband und Architects for Future kritisiert, der Gesetzentwurf setze auf übereilte Verfahren, ohne zentrale Ursachen der Wohnungskrise wie Bodenpreise, Baukosten, Spekulation und soziale Ungleichheit anzugehen.
Die Verbände fordern Nachbesserungen am Vorhaben, etwa eine Beschränkung auf angespannte Wohnungsmärkte, den Innenbereich sowie auf Neubauten mit mindestens sechs Wohneinheiten. Das sei notwendig, um Grundstücke effizient zu nutzen und unnötige Flächenversiegelung zu verhindern.
Weil im Gesetzentwurf, der am 10. September im Bauausschuss debattiert wird, verbindliche Vorgaben für bezahlbaren Wohnraum fehlen, begünstige er vor allem renditeorientierte Projekte, kritisieren die Beteiligten. Sie stellen sich außerdem gegen die geplante kommunale Entscheidungsfrist von zwei Monaten. Sie setze Verwaltungen unter Druck und verkürze demokratische Beteiligungsrechte. Strategische Stadtplanung dürfe nicht durch Einzelentscheidungen ersetzt werden, die langfristig zu teuren Lösungen und unkoordinierten Prozessen führen, heißt es.