Trendviertel 2018: Leipzig – Das „bessere Berlin“ hat ein Luxusproblem
Eine von der besten Citylagen und beliebter Treffpunkt der Sachsen-Metropole.
Foto: Jörg GlaescherLeipzig. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat etwas, um das ihn seine Amtskollegen in ganz Deutschland beneiden: hektarweise brachliegende Flächen nahe der Innenstadt. Neben Schutt- und Geröllhaufen sprießt etwa am ehemaligen Freiladebahnhof das Gras im Wildwuchs. Eine Brache, die bald schon mit Betongold gefüllt werden soll – und muss.
Denn der hervorragende Ruf Leipzigs („Das bessere Berlin“) wird für die Stadt allmählich zum Luxusproblem: Der große Wohnungsleerstand der vergangenen Jahre ist abgeschmolzen. Die Stadt spricht erstmals seit Jahren wieder von einem angespannten Wohnungsmarkt. Leipzig muss handeln, um nicht zum Opfer des eigenen Erfolgs zu werden.
Keine andere deutsche Großstadt ist in den vergangenen Jahren so schnell gewachsen wie Leipzig. Zwischen 2010 und 2016 wuchs die Bevölkerungszahl um fast 14 Prozent. Der Leerstand der Leipziger Wohnungen ist von über zehn Prozent im Jahr 2008 auf unter drei Prozent gefallen.
Die Universität zieht junge Menschen an, Niederlassungen von Porsche, BMW, Amazon, DHL sorgen für Arbeitsplätze. Start-ups wie Spreadshirt haben sich einen Namen gemacht, und wissenschaftliche Einrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie halten die Studenten über die akademische Laufbahn hinaus in der Stadt. Die Arbeitslosigkeit fiel seit 2008 von gut 14 auf weniger als sieben Prozent.