Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Wohneigentum Bericht der Bundesbank: Immobilienpreise sind in den Städten bis zu 30 Prozent zu hoch

Die Notenbank macht erneut auf die hohen Wohnungspreise aufmerksam. Ein Grund für die Entwicklung: Die Finanzierungskonditionen für Käufer hätten sich zuletzt noch einmal verbessert.
22.02.2021 - 12:07 Uhr 3 Kommentare
Mieter mussten zuletzt tiefer in die Tasche greifen. Quelle: Paul Langrock/Zenit/laif
Berliner Immobilienmarkt

Mieter mussten zuletzt tiefer in die Tasche greifen.

(Foto: Paul Langrock/Zenit/laif)

Frankfurt Die Entwicklung der Immobilienpreise beobachtet die Bundesbank aufmerksam – aus gutem Grund: „Aktuellen Schätzergebnissen zufolge lagen die Preise in den Städten nach wie vor zwischen 15 Prozent und 30 Prozent über dem Wert, der durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist“, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Notenbank.

Der breit angelegte, kräftige Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in Deutschland habe sich während der Coronavirus-Pandemie fortgesetzt. Regionen außerhalb der Städte hätten ebenfalls weiter an Attraktivität gewonnen.

Andere Experten hatten bereits aufgezeigt, dass die Corona-Pandemie den seit Jahren anhaltenden Preisanstieg bei Wohnimmobilien allenfalls kurzzeitig gebremst hatte. Insgesamt erhöhten sich die Preise für selbst genutztes Wohneigentum im Berichtsjahr gemäß Angaben des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent, nachdem sie im Vorjahr um 6,8 Prozent gestiegen waren.

Dieser Preisanstieg – der zwar nicht so deutlich wie in den Jahren 2015 bis 2018, aber doch stärker als 2019 ausfiel – sei womöglich auf das neue Verhältnis der Deutschen zu ihren eigenen vier Wänden durch die Pandemie zurückzuführen, mutmaßt die Bundesbank nun.

Der Stellenwert von Wohneigentum könnte sich aufgrund der Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie dauerhaft erhöht haben, heißt es weiter. Und das, obwohl das verfügbare Einkommen von privaten Haushalte deutlich schwächer als in den vorangegangenen Jahren gestiegen sei. „Doch sofern die Haushalte nicht mit anhaltenden Einbußen rechneten, dürfte dies die Wohnungsnachfrage lediglich geringfügig gedämpft haben.“

Finanzierungskonditionen haben sich noch einmal verbessert

Wohnimmobilien seien offenbar nach wie vor eine attraktive Anlageform im Niedrigzinsumfeld, schlussfolgert die Bundesbank und verweist auch darauf, dass sich die Finanzierungskonditionen noch einmal verbesserten: Die bereits zuvor historisch niedrige durchschnittliche Rate für Hypothekendarlehen sank im Berichtsjahr weiter auf 1,3 Prozent.

Mieter mussten zuletzt tiefer in die Tasche greifen. Allerdings fiel das Plus hier vor allem in einigen Großstädten weniger stark als in den Jahren zuvor aus. Die Bundesbank verweist darauf, dass das Verhältnis von Kaufpreis zur Jahresmiete bei Wohnungen 2020 seinen langjährigen Mittelwert seit der Wiedervereinigung in Städten um gut 25 Prozent und in den sieben Großstädten um gut 35 Prozent überschritt.

Keine abrupte Korrektur der Wohnimmobilienpreise

Trotzdem sind die Experten der Bundesbank offenbar nicht in Alarmstimmung. Bereits im Oktober waren sie der Frage nachgegangen, ob eine Blase platzen könnte. Damals hatten sie zumindest zum Teil Entwarnung gegeben, worauf sie nun wieder verweisen.

Konkret hatten sie damals in ihrer Analyse aufgezeigt, dass der Preisaufschwung am Wohnimmobilienmarkt der vergangenen Jahre größtenteils Ausdruck der Entwicklung von Wohnraumangebot und ‑nachfrage gewesen sein dürfte. Dazu seien neu gebaute Wohnungen durch höhere Baukosten teurer geworden, und schließlich hätten sich auch die Grundstückspreise verteuert. Da der Wert einer Immobilie wesentlich auf dem Grundstückswert basiere, „erhöhte sich auch das Risiko von Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien. Insbesondere in städtischen Regionen bauten sich beträchtliche Überbewertungen auf.“

Mehr zum Thema lesen Sie exklusiv in Handelsblatt Inside Real Estate, dem Fachbriefing über die Zukunft der Immobilienwirtschaft. Melden Sie sich hier an.

Dass allein Immobilienspekulanten hinter dem Preisanstieg steckten, hielten die Experten aber nicht für wahrscheinlich. Deswegen sei zumindest 2019 das Preisgefüge am deutschen Wohnimmobilienmarkt als robust gegenüber ausgeprägten Änderungen des gesamtwirtschaftlichen Umfelds einzuschätzen, schlussfolgerten sie.

Mehr Unsicherheit, aber noch keine Alarmstimmung

Durch die Unsicherheit über die Folgen der Corona-Pandemie sei das makroökonomische Umfeld inzwischen „weitaus fragiler als zuvor“. Insbesondere angesichts der Kombination einer vorerst unverminderten Ausweitung des Wohnungsangebots und schwächerer Nachfrage könnte sich die Preisdynamik bei zusätzlichen Turbulenzen schneller und stärker ermäßigen als bisher angelegt.

Aber „eine abrupte Korrektur der Wohnimmobilienpreise zeichnet sich indes – sofern es zu keiner gravierenden Störung der laufenden gesamtwirtschaftlichen Erholung kommt – nicht ab“, hatte die Bundesbank geschlussfolgert.

Mehr: Wohnraum in Deutschland: So groß ist Ihre Wohnung im Vergleich.

Startseite
Mehr zu: Wohneigentum - Bericht der Bundesbank: Immobilienpreise sind in den Städten bis zu 30 Prozent zu hoch
3 Kommentare zu "Wohneigentum: Bericht der Bundesbank: Immobilienpreise sind in den Städten bis zu 30 Prozent zu hoch"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • ... und noch etwas zu München bzw. viele deutsche Städte - die sind richtig langweilig geworden, eine gewisse Individualität fehlt. Einen Unterschied zwischen München, Frankfurt, Hamburg und Berlin konnte ich früher tatsächlich feststellen - da gab es noch die Urbayern - und Berliner mit der Berliner Schnauze - und DEN Hamburger personifiziert in Helmut Schmidt - heute sind all diese Städte irgendwie gleich, "man spricht Englisch" (kleine satirische Anmerkung Richtung Gerhard Polts "man spricht deutsch").

    Und ja, die Münchner Stadtverwaltung hat zur Zeit der Flüchtlingskrise ganz massiv in den Wohnungsmarkt eingegriffen und massiv überteuerte Mieten in Kauf genommen, um die Flüchtlinge unterzubringen - das bewirkt natürlich, dass die "Normalos" flüchten - müssen - können - wollen - dürfen (kleine satirische Anmerkung Richtung Karl-Valentin).

    München war schön. Hamburg und Berlin auch, Frankfurt nie....

  • @Herr Josef Berchtold
    Meine Meinung:
    Nun, die billigen Zinsen führen natürlich zu höheren Immobilienpreisen und zu Preisblasen und dann zu Krisen wie damals die Finanzkrise 2008 aus USA in die ganze Welt, als die USA Zinsen schnell zu stark stiegen.
    Wohin also mit dem ganzen Geld? Sparbuch? Nein, zu wenig Zinsen. Aktien? Da sollte man sich auskennen und zumindest wissen, was die Marktkapitalisierung ist und der Umsatz und der Gewinn des Unternehmens im Verhältnis dazu. Dann JA - aber die wenigsten bemühen sich. Immobilie? JA - wenn es eine selbst genutzte ist. NEIN bei Vermietung - rechtlich kompliziert, bürokratisch und man darf sich mit den Mietern beschäftigen....
    Zu München: Viele Alteingesessene sind weggezogen, entweder konnten sie sich die Miete nicht leisten oder sie hatten Eigentum versilbert und können sich am Land ein gemütliches Leben wegen günstiger Kaufpreise und der Rest wird sinnvoll angelegt - das können die Münchner - meist in Dividendentiteln....

  • Hat denn die Notenbank keine Experten für eine fundamentale Analyse der Gründe für Preissteigerungen? Die demographisch bedingte Nachfrage nach Wohnraum ist enorm, das Angebot kann nicht mithalten, das weiß jeder. Steigt man tiefer in die Grundlagen ein, so kann man erkennen: In München und Umgebung ist es Gruppen gelungen, die ach so gepriesenen regulierenden Marktkräfte großteils auszuschalten. Diese Seilschaften, die an den Grundstücksmärkten drehen, werden es weiterhin leicht haben, für steigende Grundstückspreise zu sorgen. Die Seilschafter (Bürgermeister, Stadträte, Gemeinderäte, Landwirte und landwirtschaftliche Grundstücks-Erben) sind wahrscheinlich nicht bereit, ihre Interessen aufzugeben, kinderleicht und vor allem leistungslos, durch gekonnte Umverteilung, richtig Geld auf ihre Konten zu schaufeln. In Gegenden wie in "Hinter-Dorf-Hausen" sind die Grundstückspreise kaum gestiegen, da freut sich noch ein Landwirt, wenn er Bauland verkaufen darf. In der Region München verkaufen Landwirte kaum noch Bauland, sie sind schon so fett gemästet, mit vorhergehenden Bauland-Verkäufen, dass sie abwarten können, bis die Preise noch höher steigen. Wenn in "Hinter-Dorf-Hausen" das Bauen teurer wurde, so hauptsächlich wegen der Bauvorschriften, z.B. ein Haus in Kunststoff einzuwickeln. Aber auch in "Hinter-Dorf-Hausen" hat die Bürokratie schon zugeschlagen, man darf dort überwiegend nur geduckt bauen. Dreistöckige Häuser ohne teuren Dachausbau rechnen sich optimal, also Erdgeschoß, 1. und 2. Stock. Die Rechnung ist einfach und hat Pfiff, Bürokraten und Seilschaften verhindern dies jedoch standhaft. Wirklich gekonnt gelogen wird der EZB mit ihrer Geldmengen-Ausweitung die Hauptschuld für die enorme Baupreis-Steigerung in die Schuhe geschoben. Billiges Geld ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%