Bundestagswahl 2021: Wie wählt Deutschland? Investoren sehen FDP als mögliches Risiko
Investoren sehen es kritisch, dass die Partei stark auf die „schwarze Null“ achten möchte.
Foto: BloombergFrankfurt. Drei Monate vor der Bundestagswahl bringen sich auch die internationalen Investoren in Stellung und rechnen durch, welches Wahlergebnis in Deutschland aus ihrer Sicht besonders gefährlich wäre. Elliot Hentov, der beim Vermögensverwalter State Street das Policy Research leitet, hat zwei Parteien ausgemacht, deren mögliche Regierungsbeteiligung kritisch gesehen wird: die FDP und die Linkspartei.
Bei der FDP mögen die Investoren nicht, dass sie sich möglicherweise gegen zu viele Schulden auf europäischer Ebene stemmt. Eine Beteiligung der Linkspartei wiederum könnte zu Verunsicherung in geopolitischen Fragen führen, sagt er. Die Sicht der Profi-Investoren mag nicht immer die exakten politischen Details abbilden. Aber sie ist höchst relevant, weil die großen Vermögensverwalter keinesfalls nur Zuschauer sind, sondern Geldgeber für deutsche Konzerne und den Staat.
Die Abteilung, die Hentov bei State Street leitet, wertet seit rund 40 Jahren Wahlen und ihre Auswirkungen auf die Kapitalmärkte aus. Dabei hat sie sich ursprünglich auf Schwellenländer konzentriert. „Früher galt die Regel, dass politische Risiken nur in Schwellenländern eine Rolle für die Investoren spielen, das hat sie definitionsgemäß von entwickelten Ländern unterschieden“, erläutert er. Inzwischen seien aber auch in der westlichen Welt abrupte Kurswechsel in der Politik möglich. „In diesem Sinne sind heute alle Länder Emerging Markets.“