Gamestop: Aktie steigt – Videospielehändler investiert in Bitcoin
Am Dienstagabend gab Gamestop nach Börsenschluss im Rahmen seiner Quartalszahlen bekannt, dass das Unternehmen seine Anlagestrategie ändert: Es will die Kryptowährung Bitcoin in seine Währungsreserven aufnehmen.
Die Entscheidung kommt, wenige Wochen nachdem US-Präsident Donald Trump angeordnet hat, dass die Vereinigten Staaten eine nationale Kryptoreserve anlegen – ähnlich, wie es sie bereits unter anderem für Gold und Öl gibt.
Künftig will Gamestop einen Teil seiner Barmittel oder Einnahmen aus Anleiheemissionen und Kapitalerhöhungen nutzen, um damit Bitcoin zu kaufen. Einen ähnlichen Weg verfolgt bereits die Softwarefirma Strategy (ehemals Microstrategy). Eine maximale Anzahl an Coins, die Gamestop kaufen will, nannte das Unternehmen nicht.
Im vergangenen Jahr hätte sich diese Strategie gelohnt. Der Bitcoin stieg um mehr als 100 Prozent. Allerdings gilt die Strategie als riskant: Die älteste und wichtigste Cyberdevise ist für ihre Kursschwankungen bekannt, schon mehrfach ist sie um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Aktuell liegt der Bitcoin-Kurs knapp 20 Prozent unter ihrem im Januar erreichten Rekord.
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Gamestop wurde Anfang 2021 einer breiteren Öffentlichkeit auch in Deutschland bekannt. Nachdem Hedgefonds exzessiv auf eine Pleite des Unternehmens gewettet hatten, sorgte der Einstieg des Investors Ryan Cohen für einen Stimmungsumschwung am Aktienmarkt.
Vor allem über Onlineforen wie Wall Street Bets verabredeten sich Privatanleger zu Käufen der Gamestop-Aktie und feuerten sich zu immer weiteren Investitionen an. Im Zuge dessen stieg die Aktie um mehrere Hundert Prozent an. Die Hedgefonds machten dadurch mit ihren Wetten auf fallende Kurse zeitweise milliardenschwere Verluste.
Gamestop verdoppelt seinen Gewinn
Seitdem befindet sich Gamestop in einem Transformationsprozess: Das Unternehmen will sein ursprüngliches Kerngeschäft, den stationären Handel, immer weiter zurückfahren und stattdessen seine digitale Präsenz stärken.
Das scheint aufzugehen: Im vierten Quartal steigerte Gamestop seinen Gewinn um mehr als 100 Prozent. Grund seien Kostensenkungen, ein schnellerer Turnaround im Hauptgeschäft sowie der Verkauf von Videospiel-Hardware und Merchandise gewesen, teilte das Unternehmen nach Börsenschluss mit.