Gucci-Mutter: Schwaches Quartal – Kering-Aktie auf tiefstem Stand seit 2018
Frankfurt. Nach schwachen Quartalszahlen werfen Anleger des französischen Luxuskonzerns Kering den Titel aus dem Depot. Kering-Aktien fielen am Mittwoch in Paris zeitweise um mehr als neun Prozent auf den niedrigsten Stand seit rund sechs Jahren, zum Handelsschluss betrug das Minus noch fast sieben Prozent.
Auch am Donnerstag gibt der Kurs nach anfänglichen Gewinnen nach: Am späten Mittag notiert die Aktie fast ein halbes Prozent tiefer knapp unter 325 Euro.
Die Umsätze sanken im ersten Quartal um zehn Prozent, teilte der Konzern am Dienstag nach Börsenschluss mit. Der Betriebsgewinn soll Kering zufolge im ersten Halbjahr wahrscheinlich um 40 bis 45 Prozent einbrechen. Luca Solca, Analyst bei Sanford C. Bernstein, betonte, das Ausmaß des Gewinnrückgangs überrasche ihn.
Auch die Börsenreaktion ist insofern überraschend, als dass Kering den Umsatzrückgang in dieser Höhe bereits vor rund einem Monat prognostiziert hatte. Die Aktie brach daraufhin deutlich ein, das Unternehmen verlor an nur einem Tag 7,2 Milliarden Euro an Börsenwert.
Wohlhabende Käufer gaben zuletzt weniger Geld für Produkte der Starmarke Gucci aus. Das italienische Modehaus macht mehr als zwei Drittel des operativen Gewinns und die Hälfte der gesamten Umsätze aus. Daneben zählen auch Yves Saint Laurent, Balenciaga oder Bottega Veneta zum Unternehmen.
Vor allem die Kaufzurückhaltung in China macht dem Konzern zu schaffen. Die USA sind zwar der wichtigste Markt für Luxuskonzerne, doch in Asien wächst die Branche normalerweise besonders stark.
Schon heute entfällt rund ein Fünftel des weltweiten Luxusmarkts auf Asien, zeigen Zahlen der Beratung Bain. Global setzt die Branche 1,5 Billionen Euro pro Jahr um. Bis 2030 soll der Anteil chinesischer Kunden auf 35 bis 40 Prozent steigen. Die unsicheren Konjunkturaussichten vor allem in China dämpfen den Konsum und damit das Wachstum der Luxuskonzerne.
Kering-Aktie liegt hinter der Konkurrenz
Kering-Aktien liegen seit Jahresbeginn deutlich in der Verlustzone. Die Titel fielen damit weit hinter die französischen Rivalen LVMH und Hermès zurück.
mit Agenturmaterial