1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Aktien
  5. Handelsblatt-Auswertung: Bei welchen Aktien Unternehmensinsider Schnäppchen wittern

Handelsblatt-AuswertungBei welchen Aktien Unternehmensinsider Schnäppchen wittern

Im Dezember haben Top-Manager vor allem deutlich gefallene Aktien ihrer eigenen Unternehmen gekauft. Umgekehrt gab es auch Millionenverkäufe von stark gestiegenen Aktien. Andrea Cünnen 03.01.2024 - 14:27 Uhr

Frankfurt. Idealtypisch – so beschreibt Olaf Stotz, Professor an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance & Management, die Aktienkäufe und -verkäufe von Insidern im Dezember: Vorstände und Aufsichtsräte in Deutschland haben bei deutlich gefallenen Aktien ihrer eigenen Unternehmen zugegriffen – und auf der anderen Seite Aktien verkauft, die im vergangenen Jahr outperformt haben.

Dieses Verhalten ist antizyklisch und zeichnet häufig die Transaktionen von Insidern aus, die ihre Unternehmen besser kennen als jeder andere Investor. Nach Ansicht von Stotz sind gerade die Aktienkäufe der Insider auch für Privatanleger interessant, die zum Jahresanfang nach aussichtsreichen Einzelwerten suchen. 

Die größten Insiderkäufe im Dezember gab es laut der monatlichen Auswertung von Stotz für das Handelsblatt beim Autozulieferer Schaeffler, beim Chemiekonzern Lanxess, beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer, beim Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 und beim Rüstungskonzern Hensoldt

Dreistelliger Millionenkauf bei der Schaeffler-Aktie

Bei Schaeffler legte sich Georg Wilhelm Schaeffler über die IHO Beteiligungs GmbH Aktien im Wert von mehr als 126 Millionen Euro ins eigene Depot. Schaeffler ist als Sohn des Firmengründers Großaktionär bei Schaeffler. Auf den Handelsblatt-Listen der größten Insiderkäufe tauchte Schaeffler dennoch zuletzt vor gut zweieinhalb Jahren auf. Dass Schaeffler jetzt zugegriffen hat, macht die Transaktion besonders interessant.

Die Schaeffler-Aktie verlor 2023 rund zwölf Prozent und ist auch laut Analysten mit Blick auf die Bewertung günstig. Bezogen auf die im Jahr 2024 erwarteten Gewinne wird die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von nur gut fünf bewertet.

Für günstig hält Stotz auch die Aktien von Lanxess, Bayer und Pro Sieben Sat 1, die 2023 um 25 bis 33 Prozent fielen. Dabei liegen die KGVs von Bayer und Pro Sieben Sat 1 Media mit 5,7 und 5 besonders niedrig. Alle drei Unternehmen fielen indes in den vergangenen 13 Monaten durch größere Insiderkäufe auf, die Aktien verloren anschließend jedoch weiter.

Etwas anders ist die Lage beim Rüstungskonzern Hensoldt, der sich auf Platz fünf der größten Insiderkäufe im Dezember findet. Die Hensoldt-Aktie gewann im vergangenen Jahr zehn Prozent. Damit hinkt sie jedoch der Aktie von Rheinmetall, die über 50 Prozent zulegte, deutlich hinterher. 

In ganz großem Stil verkauften Unternehmensgründer im Dezember Aktien des Softwarekonzerns SAP, des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials und des Bausoftwareunternehmens Nemetschek. Die Aktien dieser Unternehmen gewannen im vergangenen Jahr zwischen 45 und 65 Prozent an Wert.

Dreistelliger Millionenverkauf bei der SAP-Aktie

Den größten Verkauf gab es bei SAP, wo sich Mitgründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner von Aktien im Wert von mehr als 120 Millionen Euro trennte. In November hatte bereits dessen Ehefrau, Sabine Plattner, SAP-Aktien für knapp 18,6 Millionen Euro verkauft.

Bei Heidelberg Materials trennte sich Aufsichtsrat und Großaktionär Ludwig Merckle über die Spohn Cement GmbH von Aktien für gut 41 Millionen Euro, bei Nemetschek verkaufte Gründer und Ehrenaufsichtsratsmitglied Georg Nemetschek Aktien für gut 3,6 Millionen Euro.

Aus allen Käufen und Verkäufen von Vorständen und Aufsichtsräten am deutschen Aktienmarkt berechnet Stotz jeden Monat das Insiderbarometer. Im Dezember fiel es um zwei Punkte auf 126 Punkte. Das lag vor allem daran, dass die Volumina bei den Verkäufen im Dezember deutlich gestiegen sind.

Verwandte Themen
Schaeffler
SAP
Bayer
Deutschland
Lanxess
Heidelberg Materials

Die gehäuften Verkäufe sind laut Stotz ein Zeichen, das für den breiten Markt zur Vorsicht mahnt und die generelle Aussage des Insiderbarometers einschränkt. Dieses generiert mit seinem Stand von deutlich über 110 Punkten ein Kaufsignal für Aktien.  

Erstpublikation: 02.01.2024, 17:20 Uhr.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt