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IPOBlitzplatzierung von Renk geglückt – Aktie des Rüstungszulieferers steigt

Der Panzergetriebehersteller hat im zweiten Anlauf den Sprung an die Frankfurter Börse geschafft. Die Aktie legt deutlich gegenüber dem Ausgabepreis zu.Hannah Krolle, Arno Schütze 07.02.2024 - 17:05 Uhr aktualisiert
Laut Renk-Chefin Susanne Wiegand bekommt das Unternehmen durch den IPO mehr Spielraum. Foto: Renk

Frankfurt. Die Blitzplatzierung ist gelungen: Nach einem gescheiterten Anlauf im Herbst ist dem Augsburger Rüstungszulieferer Renk doch noch der Sprung an die Börse geglückt.

Die Aktien notierten beim Börsendebüt am Mittwoch bei 17,50 Euro, stiegen im Handelsverlauf weiter an und notierten am späten Nachmittag bei 19,10 Euro. Ausgegeben wurden sie zu je 15 Euro. Damit wird Renk mit rund 1,9 Milliarden Euro bewertet.

„Der Börsengang gibt uns Spielraum für nachhaltiges Wachstum im Verteidigungsbereich, aber auch im Bereich der Energiewende“, sagte Renk-Chefin Susanne Wiegand bei der Zeremonie in der Frankfurter Börse mit dem traditionellen Läuten der Glocke beim Erscheinen des ersten Kurses auf der Anzeigetafel.

Renk profitierte von einem starken Jahresauftakt an den Aktienmärkten. So hat der deutsche Leitindex Dax am Dienstag mit 17.050 Punkten ein Rekordhoch erreicht. Die Rüstungstitel Hensoldt und Rheinmetall haben zudem in den ersten Wochen des Jahres 17 beziehungsweise elf Prozent an Wert gewonnen. Ganz anders war es noch im Oktober, als die Papiere von Hensoldt kurz vor dem geplanten Renk-IPO ohne ersichtlichen Grund eingebrochen waren, was Renk zur Absage des Börsengangs veranlasste.

Auch das Umfeld an den Märkten wirkte sich diesmal positiv auf den Börsengang aus. Prägten beim ersten Versuch noch die Signale der US-Notenbank Fed, die Zinsen länger hoch zu halten, die Stimmung, ist es zu Beginn dieses Jahres die Hoffnung vieler Anleger auf baldige Zinssenkungen.

Das Augsburger Unternehmen Renk ist am Mittwoch an die Börse gegangen. Foto: REUTERS

Seinen Börsengang stockte der Augsburger Panzergetriebebauer um 50 Millionen auf eine halbe Milliarde Euro auf. Der Finanzinvestor Triton platzierte innerhalb von zwei Tagen 33,33 Millionen Renk-Aktien bei institutionellen Investoren, 3,33 Millionen mehr als geplant, teilte das Unternehmen mit.

Zwei Investoren kauften einen großen Teil der Renk-Aktien

Dass der Deal nun gelungen ist, liegt Finanzkreisen zufolge auch daran, dass Renk vorab zwei Investoren gefunden hatte, die einen großen Teil der Aktien kauften. Der Panzerhersteller KNDS, ein Zusammenschluss des deutschen Militärfahrzeugherstellers Krauss-Maffei Wegmann und der staatlichen französischen Nexter Defense Systems, erwarb für 100 Millionen Euro Anteile von knapp sieben Prozent.

KNDS fertigt unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2, für den Renk das Getriebe liefert. Zudem ließ sich KNDS die Option einräumen, später weitere Aktien zu erwerben, um den Anteil auf eine Sperrminorität von 25 Prozent auszubauen. Dabei handelt es sich um eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen, mit der wichtige Beschlüsse verhindert werden können.

Die stark in Rüstungswerten engagierte US-Fondsgesellschaft Wellington Management kam nach der Verpflichtung von KNDS als Ankeraktionär hinzu und kaufte Papiere für 50 Millionen Euro.

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Die Nachfrage nach Renk-Aktien überstieg das Angebot Finanzkreisen zufolge um mehr als das Fünffache. Es richtete sich nur an institutionelle Investoren, Privatanleger blieben anders als beim klassischen öffentlichen Börsengang außen vor.

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Der Finanzinvestor Triton hatte Renk 2020 für knapp 700 Millionen Euro vom Autobauer Volkswagen gekauft und anschließend – nach 97 Jahren – von der Börse genommen. Mit der 300 Millionen Euro schweren Übernahme des Bereichs Combat Propulsion Systems vom US-Konzern L3Harris schaffte Renk mithilfe von Triton den Sprung auf den wichtigen amerikanischen Markt.

Renk ist erster IPO in Deutschland in diesem Jahr

Renks IPO ist der erste Börsengang des Jahres in Deutschland – und einer der ersten in Europa. Die Aktien des Athener Flughafen und des holländischen Nachtsichtgeräteherstellers Theon notierten bei ihren Debüts am Mittwoch ebenfalls über dem Ausgabepreis. Investmentbanker hoffen nun, dass der IPO-Markt nach zwei Jahren Flaute wieder in Schwung kommt und sich Möglichkeiten für weitere Neuemissionen eröffnen.

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Die Börsenpläne der etwa sieben Milliarden Euro schweren Parfümeriekette Douglas beispielsweise werden immer konkreter, die Erstnotiz wird noch vor Ostern erwartet. Auch beim Dermatologiekonzern Galderma wird noch vor der Sommerpause mit einem Börsendebüt gerechnet, bei dem die Schweizer auf eine Bewertung in der Größenordnung von rund 20 Milliarden Dollar kommen könnten.

Der Rollstuhlhersteller Sunrise Medical, der Tankkartenanbieter DKV, die Bank OLB und die Transportplattform Flix planen ebenfalls, in diesem Jahr an die Börse zu gehen. Investmentbanker erwarten allerdings, dass die meisten Deals eher im zweiten Halbjahr stattfinden werden. 

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