Leerverkäufer: Attacke an der Börse: So bringen Shortseller Aktienkurse zum Absturz
Für Shortseller sind Wetten auf fallende Kurse ein lukratives Geschäft.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Lichtes graues Haar, leichter Bauchansatz und Jeanshose: Der ehemalige Sozialarbeiter Fraser Perring wirkt wenig furchteinflößend, wenn er mit brauner Aktentasche in der Londoner City auf dem Weg zur Arbeit ist. Doch der britische Investor hat sich in den vergangenen Jahren zum Schrecken von so manchem Vorstandschef entwickelt.
Denn Perring ist Börsenspekulant. Er macht Jagd auf Firmen, in denen er ein fragwürdiges Vorgehen oder frisierte Zahlen vermutet. Mit seinen Reports bringt er Aktienkurse zum Absturz – und verdient viel Geld, indem er am Aktienmarkt auf den Kurseinbruch der Firmen wettet.
Unruhestifter wie Perring gehören zu einer Gruppe am Finanzmarkt, die zunehmend an Bedeutung gewinnt: den sogenannten Shortsellern. Sie zählen zur Gattung der Leerverkäufer, die mit geliehenen Aktien handeln. Das ist oftmals ein lohnendes Geschäft und lockt in Zeiten von Minuszinsen immer mehr Spieler an.
Wie funktioniert ein Leerverkauf?
Doch wie genau funktioniert das Geschäftsmodell der Shortseller? Sind die Investoren, die Aktien verkaufen, die ihnen nicht gehören, die Engel oder die Teufel der Börse? Das Handelsblatt versucht im Folgenden, die wichtigsten Fragen zu beantworten, die sich um das geheimnisvolle Geschäft rund um die Leerverkäufe stellen.