Palantir: Sorge um Regierungsaufträge – Aktie bricht um zehn Prozent ein
Düsseldorf. Die Aktie der Software- und Dienstleistungsfirma Palantir gibt den zweiten Tag in Folge stark nach. Am Donnerstag geben die Papiere nach Handelsstart an der Wall Street bis zu 9,8 Prozent nach. Bereits am Mittwoch hatten sie zehn Prozent verloren und damit den schlechtesten Börsentag seit neun Monaten erlebt.
Auslöser ist ein Bericht der „Washington Post“, dass US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Militärausgaben kürzen will. Palantir setzt stark auf Künstliche Intelligenz (KI) und verkauft seine Technologien unter anderem an das Pentagon. Ausgabenkürzungen würden die Wachstumsaussichten eintrüben.
Im Jahr 2024 machte Palantir mir Regierungsaufträgen einen Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Am Gesamtumsatz hatten Regierungsaufträge einen Anteil von knapp 42 Prozent.
Die Palantir-Aktie war einer der Börsenstars des Jahres 2024: Sie stieg um 340 Prozent. Im Gegensatz zu vielen anderen KI-Aktien legte sie in diesem Jahr weiter zu.
Die Rally wurde auch damit begründet, dass Palantir eng mit der US-Regierung verbunden ist. In dieser Woche veröffentlichte der Vorstandsvorsitzende Alex Karp ein neues Buch, in dem er mehr Patriotismus im Silicon Valley und eine engere Bindung der Technologieunternehmen an die USA fordert.
Karp gründete die Firma 2003 unter anderem zusammen mit dem bekannten Investor und Paypal-Mitgründer Peter Thiel. Palantir analysiert große unsortierte Datenmengen mit einer intelligenten Software und KI, um daraus verborgene Zusammenhänge zu erkennen und Handlungsempfehlungen zu geben.
Thiel ist ein früherer Geschäftspartner des Tesla-Chefs Elon Musk. Zusammen bauten sie Paypal auf und verkauften den Finanzdienstleister 2002 an das Online-Auktionshaus Ebay. Musk will derzeit als Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump die US-Bundesverwaltung reformieren – und setzt dabei auf KI. Palantir-Anleger hoffen, dass das Unternehmen davon profitiert.
Palantir ist fast fünfmal teurer als Nvidia
Am Mittwoch berichtete jedoch die „Washington Post“, dass Verteidigungsminister Hegseth hochrangige Militärs angewiesen hat, Pläne für die Kürzung des Verteidigungshaushalts um acht Prozent in jedem der nächsten fünf Jahre zu entwickeln, wie aus einem an hochrangige Beamte verschickten Memo hervorgeht.
Analysten beobachten die Palantir-Rally schon länger mit Skepsis. Sie befürchten, dass sich der Aktienkurs zu weit von der fundamentalen Entwicklung entfernt hat. Auf Basis der in diesem Jahr erwarteten Gewinne wird Palantir mit dem 229-fachen Nettogewinn bewertet.
Von 22 Analysten, die dem Finanzdienst LSEG zufolge die Palantir-Aktie beobachten, raten nur vier zum Kauf. 13 raten zum Halten, fünf zum Verkaufen. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei 93 Dollar. Damit sehen sie selbst nach den aktuellen Kursverlusten noch zehn Prozent Abwärtspotenzial.
Allerdings sind Kursrücksetzer bei Palantir nicht ungewöhnlich. Auch zum Jahresstart fielen die Kurse, von Ende Dezember bis Mitte Januar gab der Kurs um 25 Prozent nach. Demgegenüber liegt die Aktie aber immer noch rund 60 Prozent im Plus.