Anleihen: Investoren misstrauen den eigentlich sicheren Bundesanleihen
Düsseldorf. Die Aussicht auf steigende Staatsausgaben spiegelt sich seit einiger Zeit auch am Anleihemarkt wider. Die Rendite von Bundesanleihen ist in den vergangenen Wochen leicht gestiegen, ausgelöst durch die Erwartung, dass Deutschland und Europa in Zukunft mehr Geld für Rüstungsgüter ausgeben müssen. Im Umkehrschluss sind die Anleihekurse gesunken.
Am Dienstag lag die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen – diese gelten als Benchmark für Zinspapiere aus dem Euro-Raum – bei bis zu 2,49 Prozent.
Eine weitere Besonderheit zeigt sich im Vergleich mit den sogenannten Swap-Sätzen. Zu den Swap-Sätzen tauschen institutionelle Investoren feste gegen variable Zinszahlungen über verschiedene Zeiträume. Investoren können so etwa auf die künftige Zinsentwicklung wetten.
Der Swap-Satz ist der Preis, den ein Investor für ein solches Zinstauschgeschäft zahlt. Er gilt als viel beachtetes Risikomaß an den Märkten.
In der Vergangenheit lag die Rendite deutscher Anleihen stets niedriger als der Swap-Satz. Die Kosten für den Bund als wichtigsten Emittenten am Markt für Euro-Staatsanleihen waren im Vergleich also geringer.