Green Bonds: Warum grüne Anleihen bei Anlegern derzeit so beliebt sind
München. Im Juni dieses Jahres sorgte die Europäische Zentralbank für Erleichterung bei den Investoren: Zum ersten Mal, seit sie vor zwei Jahren mit ihren extrem aggressiven Zinserhöhungen startete, senkte sie den Leitzins um 25 Basispunkte. Und hat damit die Zinssenkungsphase eingeläutet. Die US-Notenbank Fed dürfte im September nachziehen.
Für Anleihen sind das gute Nachrichten. Zum einen bieten sie derzeit wieder eine attraktive Verzinsung. „Zum Beispiel bringen Unternehmensanleihen aus dem Investmentgrade-Bereich in US-Dollar gerechnet in den USA rund 4,7 Prozent und in Europa 3,37 Prozent, während es bei US-Hochzinsanleihen sogar 7,24 und bei europäischen High-Yield-Titeln 6,28 Prozent sind“, sagt Fidel Kasikci, Anleiheexperte bei der Bethmann Bank. „Zum anderen aber dürften festverzinsliche Wertpapiere generell von den anstehenden Zinssenkungen in Form von Kurssteigerungen profitieren.“
Dabei könnten grüne Anleihen, bei denen die Green Bond Principles (GBP) der International Capital Market Association (ICMA) als freiwillige Leitlinie dienen, eine interessante Alternative sein.
Deren Besonderheit: Die Erlöse werden in der Regel in nachhaltige und klimaschonende Projekte investiert, wobei der Emittent nachweisen muss, dass das Geld umweltfreundlich und im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt wird. Häufig handelt es sich dabei um Investitionen in erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourceneinsparungen oder Elektromobilität.