Profifußball: Werder Bremen kämpft per Fußball-Anleihe um das Comeback
Den Bremern versagten im Saisonfinale gänzlich die Nerven, sie fielen kurz vor dem Abpfiff der Saison auf einen direkten Abstiegsplatz. Die Probleme häufen sich, auch auf finanzieller Seite.
Foto: Pool via REUTERSDüsseldorf, München. Lärm ist etwas für Sieger, Verlierer leiden in aller Stille. Und es war verdammt still am vorigen Samstag im Bremer Weserstadion. 2:4 verloren gegen Mönchengladbach, seit zehn Spieltagen kein Sieg mehr, Abstieg aus der Fußball-Bundesliga nach 41 Jahren. Das ist das ganze Drama des SV Werder Bremen, zuletzt 2004 Deutscher Meister und 2009 DFB-Pokalsieger.
Der sportliche Wettbewerb ist für den Traditionsklub erst einmal verloren – und der wirtschaftliche noch lange nicht gewonnen. Denn ausgerechnet mitten in die Tristesse des Nach-unten-gereicht-Werdens fällt die Zeichnungsfrist für eine Anleihe, die dringend benötigte Millionen in die Kasse bringen soll.
Ein außerordentlich problematisches Timing: Das Rennen um das Geld der Investoren muss erfolgreicher sein als der Kampf um Punkte in der Liga. Immerhin zeigt der Zwischenkonzernabschluss Ende 2020 einen Fehlbetrag von insgesamt 30,6 Millionen Euro, der nicht durch das Eigenkapital gedeckt ist.
Der jähe Sturz in die Zweitklassigkeit hebt die Probleme an der Weser mit einem Mal auf ein neues Niveau. Er steigert die ohnehin vorhandene wirtschaftliche Unsicherheit: Die Erlöse sinken zwangsläufig, aufgelaufene Schulden wirken wie ein Mühlstein – und wenn es ganz schlecht läuft, droht dem Verein auch noch eine Negativspirale.