Rickmers: Gläubiger von insolventer Reederei veröffentlichen Brandbrief
Hamburg. Mit umgerechnet etwa 150.000 Euro seiner Ersparnisse wollte sich Aspi Sadri nach langem Berufsleben zur Ruhe setzen. Sadri lebt zwar in Dubai, sein Vermögen aber habe er einem traditionsreichen deutschen Mittelständler anvertraut, sagt er. 2016 erwarb er Anleihen der hanseatischen Reederei Rickmers Holding AG. Nun sieht er seinen Traum „zerstört“.
Ein Jahr nach Sadris Investment wurde Rickmers insolvent, seitdem wartet er auf seine Auszahlung. Anfangs hätten er und seine Frau darauf vertraut, dass das Hamburger Landgericht die Angelegenheit zügig klären werde, sagt Sadri. „Aber in den vergangenen acht Jahren ist nichts für uns herausgekommen.“
Die Folgen seien fatal. Der Stress schade nicht nur ihrer Gesundheit, sie müssten sich darüber hinaus nun von ihren Kindern unterstützen lassen, sagt Sadri. „Wir brauchen eine Lösung, dringend, um unsere finanzielle Sicherheit und inneren Frieden wiederzufinden.“
Sadri ist einer von Hunderten Gläubigern, die seit acht Jahren auf die Ausschüttung der Insolvenzmasse der Rickmers Holding AG warten.