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Dax aktuellDax schließt auf Wochensicht erstmals seit Oktober im Minus

Der deutsche Leitindex schließt am Freitag bei 16.751 Punkten. Die Rally, welche den Dax am Donnerstag über die 17.000 Punkte-Marke getragen hatte, scheint vorerst unterbrochen.Andreas Neuhaus 15.12.2023 - 16:01 Uhr aktualisiert

Düsseldorf. Der Dax hat das erste Mal seit Ende Oktober eine Woche mit Verlusten beendet: mit 16.751 Punkten lag er leicht unter dem Vorwochenschluss von 16.759 Punkten. Im Vergleich zum Vortag schloss der Dax unverändert, nachdem er am Vormittag in der Spitze 0,8 Prozent im Plus gelegen hatte.

Damit scheint bei der Rally am deutschen Aktienmarkt vorerst die Luft raus zu sein. Denn der Handelstag verlief ähnlich wie am Donnerstag, an dem der Dax erstmals über die Marke von 17.000 Punkten geklettert war. Seine Gewinne gab er auch da anschließend wieder ab.

Dass wichtige Marken nicht im ersten Anlauf nachhaltig überwunden werden, ist am Aktienmarkt häufig der Fall. Es gibt aber trotzdem Zeichen, dass die Rally nach dem jüngsten steilen Anstieg abkühlt. 

Analyst Martin Utschneider vom Fondsanbieter Finanzethos stellt fest: „Der Dax hat erst mal sein kurzfristiges Potenzial nach oben hin ausgeschöpft. Die zuletzt noch überbordende Euphorie hat sich deutlich abgekühlt.“

Vom 23. Oktober bis zum gestrigen Rekordhoch ist der Dax um 16 Prozent gestiegen. „Vielen wird nun bewusst, dass die Fallhöhe nach den letzten Wochen deutlich gestiegen ist. Durch diesen Anstieg der letzten Wochen waren auch die markttechnischen Indikatoren deutlich überkauft“, sagt Utschneider.

Dadurch wird eine Verschnaufpause laut Analyst Jörg Scherer von HSBC Deutschland wahrscheinlicher. Er leitet das daraus ab, wie sich der Dax am Donnerstag nach seinem Rekordhoch entwickelte.

Denn seinen Höchststand erreichte das Frankfurter Börsenbarometer kurz nach Handelsstart. Bis zum Tagesschluss sank der Dax aber um 250 Punkte, zum Tagestief verlor er sogar mehr als 300 Zähler. „Da das neue Allzeithoch in der Folge ‚abverkauft‛ wurde, entsteht unter dem Strich sogar ein ‚bearish engulfing‛“, sagt Scherer. Bearish engulfing ist der Fachbegriff für eine Situation, in der ein Signal für steigende Kurse von einem Signal für fallende Kurse überlagert wird.

Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets warnt zudem: „Die Rally im Dax hat nicht viel mit der deutschen Realwirtschaft zu tun.“ Denn die 40 Unternehmen des Index machen nur ein Fünftel ihrer Umsätze in Deutschland. „Ein faires Bild für die deutsche Wirtschaft erhält man da schon eher, wenn man den MDax betrachtet, der immer noch 25 Prozent unter seinem Höchststand notiert“, sagt Stanzl.

Einzelwerte im Blick

Symrise: Kurz vor Jahresende muss der Duftstoff- und Aromen-Hersteller noch seine Gewinnerwartungen herunterschrauben. Gesunkene Rohstoffpreise und Währungseffekte hätten eine Neubewertung von Vorräten erforderlich gemacht, weshalb die operative Umsatzrendite (Ebitda-Marge) mit 19,0 bis 19,5 Prozent unter den bisher prognostizierten rund 20 Prozent liegen werde. Der verzögerte Abbau von Lagerbeständen bei den Kunden drücke ebenfalls auf den Gewinn, erklärte der Dax-Konzern. Aus der nach unten korrigierten Marge errechnet sich ein operatives Ergebnis von 890 bis 920 (2022: 922) Millionen Euro. Die Aktie verliert mehr als sieben Prozent.

Munich Re: Der weltgrößte Rückversicherer will den Gewinn im kommenden Jahr noch einmal um ein Zehntel nach oben schrauben. Der Nettogewinn soll dann auf fünf Milliarden Euro steigen, wie der Dax-Konzern am Freitag mitteilte. Munich-Re-Papiere legen daraufhin zu, geben aber im Tagesverlauf ihre Gewinne vollständig wieder ab. 

Volkswagen: Der Autobauer fasst in China langsam wieder Fuß. Im November ging es für die Wolfsburger in der Volksrepublik um knapp ein Drittel nach oben, und auch für die ersten elf Monate meldete VW wieder ein leichtes Absatzplus. Auch bei den Elektroautos laufe es besser, teilte der Dax-Konzern am Freitag mit. Allerdings spricht Volkswagen auch von einem harten Wettbewerb in China. Die Aktie gibt Gewinne von bis zu 2,1 Prozent wieder ab und notiert nahezu unverändert.

Stabilus: Der Industrie- und Autozulieferer hält seine Dividende stabil. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2022/23 sollen die Aktionäre eine Dividende von 1,75 Euro je Aktie erhalten, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Freitag mitteilte. Die Aktie notiert 1,9 Prozent höher. 

Euro mit Verschnaufpause

Nach dem zuletzt deutlichen Kurssprung gibt der Euro zum Wochenschluss einen Teil der jüngste Gewinne wieder ab und notiert bei 1,0913 Dollar. Am Donnerstag war er um mehr als ein Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 1,1008 Dollar geklettert.

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Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.

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