Angst vor Preiserhöhungen: Russen kaufen wegen des Rubel-Verfalls verstärkt Kühlschränke, Waschmaschinen und Fernseher
Als 2014 der Rubel rapide verfiel, kauften die Leute Elektrogeräte. Nun geht das Spiel von vorne los.
Foto: IMAGODüsseldorf. Die am Freitag vergangener Woche verhängten US-Sanktionen gegen einige Putin-nahe russische Geschäftsleute und deren Unternehmen lassen die Märkte weiter taumeln. Am Mittwoch sank der Rubel um mehr als 1,8 Prozent. Zwischenzeitlich kostete ein Euro mehr als 80 Rubel. Zuletzt hatte die russische Währung Anfang 2016 diese Marke durchbrochen.
Die Rubelkrise sorgt vor allem die russischen Verbraucher. Vertreter der Sberbank berichteten in russischen Medien von einem Ansturm der Bevölkerung auf die Bankfilialen. Die Menschen tauschten Rubel in Euro und Dollar, hieß es. Dabei betrug der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskursen der ausländischen Währungen bis zu zehn Rubel – was darauf schließen lässt, dass die Marktteilnehmer sehr verunsichert sind.
Die russischen Verbraucher kaufen zudem verstärkt Kühlschränke, Waschmaschinen und andere Elektrogeräte, weil sie Preiserhöhungen durch den Rubel-Verfall fürchten. Online-Shops, die mit Elektronik handeln, verzeichnen seit Montag einen Anstieg der Besucher um rund 15 Prozent, sagte der Chef des russischen Verbands für Internethandel, Aleksej Fedorow.