Gold und Kupfer: Aurubis - Wie Edelmetallhändler sich vor Diebstahl schützen
Auch der Wert von Kupfer ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Foto: ReutersFrankfurt. Kleiner als ein Smartphone ist der 500 Gramm schwere Goldbarren, der im Besprechungsraum der Frankfurter Filiale des Edelmetallhändlers Philoro ausgestellt ist. Er passt in jede Hosentasche. Und doch kostet er mehr als 27.000 Euro. Für Diebe ist Gold gerade aufgrund seiner Kompaktheit attraktiv. Dessen ist sich Philoro-Sicherheitschef Sven Schwanke bewusst. Er hat schon in einigen Unternehmen dafür gesorgt, zu verhindern, dass Waren gestohlen werden. Doch bei Gold sei der Warenwert bedeutend höher, sagt Schwanke. „Es gibt deshalb viele Menschen, die alles unternehmen würden, um kostenlos an Gold zu kommen.“
Der Goldpreis ist seit fünf Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen. Auch andere Edelmetalle haben sich verteuert, Kupfer beispielsweise um fast 20 Prozent. Das weckt Begehrlichkeiten, das musste der Hamburger Kupferhersteller Aurubis schmerzlich erfahren. Am Donnerstag ließ die Hamburger Staatsanwaltschaft mehrere Arbeitsplätze von Mitarbeitern am Standort Hamburg sowie mehrere Fremdfirmen durchsuchen, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten.
Der Grund: Eine Diebesbande soll über Jahre edelmetallhaltige Zwischenprodukte entwendet haben, die im Produktionsprozess von Aurubis entstehen. Die Staatsanwaltschaft ließ Vermögensgegenstände aus möglichen Straftaten in Höhe von 20 Millionen Euro beschlagnahmen. Das gab der Kupferhersteller im Juni bekannt. Nun stelle sich heraus: Aurubis ist offenbar erneut Opfer von Metalldiebstahl geworben. Das Unternehmen strich seine Jahresprognose, die Aurubis-Aktie sackte auf der Handelsplattform Tradegate in einer ersten Reaktion deutlich ab.