Seltene Erden: Deutschland und Kanada planen Rohstoff-Abkommen
Berlin. Deutschland und Kanada wollen beim Abbau von kritischen Rohstoffen enger zusammenarbeiten. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der kanadische Premierminister Mark Carney kündigten dies bei einem Treffen am Dienstag in Berlin an. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) unterzeichnete dazu mit dem kanadischen Energieminister Tim Hodgson eine Absichtserklärung.
„Das ist ein guter Schritt, um unsere Volkswirtschaften zu stärken“, sagte Merz. Carney verwies auf den großen Reichtum seines Landes an solchen Rohstoffen und sprach unter anderem von Lithium und seltenen Erden.
„Es gibt enorme Möglichkeiten und Chancen für kritische Rohstoffe und Metalle. Und es gibt alle möglichen Formen von Energie, wie zum Beispiel LNG und Wasserstoff, die wir auch bereitstellen und liefern können“, sagte Carney.
Lieferung nach Deutschland: Kanada plant Ausbau der Infrastruktur
Damit diese Güter auch nach Deutschland und Europa geliefert werden können, wolle seine Regierung einen dreistelligen Millionenbetrag einsetzen, um die Hafeninfrastruktur im Osten Kanadas auszubauen. „Wir werden eine Reihe von Investitionen tätigen, und das werden wir auch formell ankündigen innerhalb der nächsten zwei Wochen.“
Ausgebaut werden sollten etwa der Hafen von Montreal und der Tiefseehafen Churchill in Manitoba. „Hier sind wir dann in der Lage, die Kapazitäten für die Lieferung von Flüssiggas und kritischen Rohstoffen auszuweiten.“
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Ministerin Reiche sagte: „Wir vertiefen unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit und stärken durch eine enge Partnerschaft bei kritischen Rohstoffen die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie.“ Für Unternehmen beider Länder seien stabile Lieferketten von zentraler Bedeutung.
Im Bereich Energie und Rohstoffe sei Kanada ein Schlüsselpartner, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Das gelte mit Blick auf Kanadas große Vorkommen an Nickel, Kokskohle und seltenen Erden ebenso wie für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft.
Kanada zählt zu den rohstoffreichsten Ländern der Erde und verfügt über eine leistungsfähige Bergbauindustrie. In dem Land werden Rohstoffe wie Kobalt, Grafit, Nickel, Kupfer und Lithium gefördert, die für Hightech-Branchen und für Energiewendetechnologien von entscheidender Bedeutung sind. Kanada plant außerdem, die Gewinnung seltener Erden zu forcieren.
Die Bundesregierung setzt bei der Kooperation auf bestehende Instrumente wie den Rohstofffonds und ungebundene Finanzkreditgarantien. Schon heute suchten deutsche Unternehmen zunehmend Partner in Kanada im Bereich der Rohstoffgewinnung, der Weiterverarbeitung oder im Recycling, heißt es im Bundeswirtschaftsministerium. „Dieses Matchmaking wollen wir weiter befördern“, schreibt das Ministerium.
Parallel zu der deutsch-kanadischen Erklärung unterzeichneten Unternehmen aus beiden Ländern Absichtserklärungen zur Zusammenarbeit im Bereich Rohstoffgewinnung und -verarbeitung, darunter die Unternehmen Vacuumschmelze GmbH, Enertrag, Rock Tech Lithium und Aurubis.