ETF: Der Boom der Goldaktien hat bis zu 68 Prozent Rendite im Jahr gebracht
Frankfurt. Kriege, Handelskonflikte, politische Extreme: Die aktuell diversen sogenannten geopolitischen Unsicherheiten treiben den Preis für Gold, für das so viel bezahlt wird wie nie zuvor. Am vergangenen Donnerstag waren es knapp 2955 Dollar für eine Feinunze. Und viele Experten rechnen mit anhaltender Unruhe, daher mit noch höheren Goldpreisen. Das Edelmetall gilt als Krisenwährung, die auch in extremen Zeiten ihren Wert behält.
Chancen auf höhere Renditen für Anleger erkennen Fondsmanager inzwischen aber bei Aktien von Unternehmen, die Gold fördern. „Die Minenaktien bieten die größeren Chancen", sagt Erich Meier, Fondsmanager vom Geldverwalter Konwave in der Schweiz. Seit dem Jahresbeginn liefen die Aktien bereits besser als der Metallpreis, sagt er.
Meier erklärt seine Erwartung mit einem sogenannten „Hebel“, der dazu führen sollte, dass die Kurse der Minenaktien stärker steigen als der Goldpreis. Auch Joachim Berlenbach, Gründer und Chef der Schweizer Earth Resource Investments, eines Spezialisten für Rohstoffanlagen, sieht das so und erklärt: Dieser Hebel wirke, wenn der Ertrag von Goldminen ab einem bestimmten Goldpreisniveau stärker steigt als der Goldpreis. Den Kipppunkt für die Minen schätzen Experten auf 1900 Dollar je Unze, was den durchschnittlichen Produktionskosten in großen Minen gleichkommt.
Der Abstand zwischen Goldpreis und Minenkosten sei bereits extrem, sagt Berlenbach. Die Unternehmenszahlen für das vierte Quartal dürften den Ertragsanstieg der Minen weiter belegen, erwartet er. Der Fondsmanager rechnet mit „rekordhohen Margen, Dividendenauszahlungen und Aktienrückkäufen.“ Das Handelsblatt stellt fünf erfolgreiche Fonds und ETFs mit Goldaktien vor.