Gold: Wie ein Goldhändler mit Verschwörungstheorien Geld verdient
Düsseldorf. Dominik Kettner hat nicht bloß ein paar Feinde, er wähnt ein ganzes Heer gegen sich. Robert Habeck, Annalena Baerbock, alle anderen Grünen, Olaf Scholz, Friedrich Merz, Politiker links von der CSU, den Staat, Klaus Schwab und das Weltwirtschaftsforum, Blackrock, Europäische Zentralbank, Öffentlich-Rechtliche, Robert-Koch-Institut, Pharma-Industrie, Christian Lindner. Findet der Unternehmer aus Villingen-Schwenningen, der mit Gold ebenso handelt wie mit Angst, alles nicht so gut.
Kettners größter Feind aber – das weiß er nur nicht – ist die Pausetaste. Wer die einmal drückt, wer einmal kurz innehält, wenn er in seinen Youtube-Videos wieder herunterrattert, herausposaunt, vermeintlich enthüllt und aufdeckt, wie katastrophal es um Deutschland und die Welt steht, wirtschaftlich, politisch, kulturell, der stellt fest: Mit der Realität kommt Kettner anscheinend auch nicht gut zurecht.
Deshalb hat er sich seine eigene geschaffen, inklusive Verschwörungstheorien von der elitären Weltregierung, ein Königreich der Angst, wie es viele der so genannten Crashpropheten errichten, Menschen, deren Geschäftsmodell es ist, jahrelang einen Zusammenbruch anzukündigen, der dann doch nicht kommt. Bloß, dass Kettner seinen Anhängern als Ausweg nicht Bitcoins, Aktien oder Immobilien empfiehlt, sondern vor allem eines: Gold. Das er auch verkauft.