Kryptobörse: FTX-Insolvenzverwalter Ray erhebt schwere Vorwürfe gegen Bankman-Fried
Der Insolvenzanwalt von FTX erhebt schwere Vorwürfe.
Foto: BloombergDenver. Eigentlich sollte Sam Bankman-Fried am Dienstag per Videokonferenz vor dem US-Repräsentantenhaus aussagen. Doch der Gründer der insolventen Kryptobörse FTX wurde am Montagabend überraschend in seiner Wahlheimat in den Bahamas festgenommen.
Ob der 30-Jährige am Dienstag dennoch an der Anhörung teilnehmen wird, ist zur Stunde unklar. Insidern zufolge gilt es jedoch als unwahrscheinlich. Der neue Chef des Unternehmens, John Ray, soll indes wie geplant am Dienstag aussagen. Ray und Bankman-Fried erheben schwere Vorwürfe gegeneinander.
Das geht aus einem vorab eingereichten Statement des Insolvenzverwalters Ray hervor sowie aus einem Entwurf des Statements, das Bankman-Fried wohl vor dem Kongress halten wollte und das das Handelsblatt einsehen konnte.
Ray wählt in dem Statement scharfe Worte für die alte Führung von FTX: „Noch nie habe ich in meiner Karriere so einen Mangel an Unternehmenskontrollen gesehen, vom Fehlen von Finanzstatements über ein komplettes Versagen von interner Kontrollen bis hin zu jeglicher Form von Governance-Standards.“
Hochkomplexes Insolvenzverfahren
Er bestätigte einen Teil der Vorwürfe, denen Bankman-Fried schon seit Wochen ausgesetzt war: „Kundengelder von FTX.com wurden mit denen von Alameda vermischt“, so Ray. Alameda soll die Gelder dann für spekulative Geschäfte verwendet haben, „die zu massiven Verlusten“ für die Kunden geführt haben.