Kryptowährung: Bitcoin erreicht neues Rekordhoch und übertrifft erstmals Silber
Düsseldorf. Die Rekordjagd des Bitcoins setzt sich fort. Nachdem die älteste Kryptowährung bereits in der vergangenen Woche mehrmals neue Rekordhochs aufgestellt hatte, hat der Bitcoin am Montag erstmals die Marke von 72.000 US-Dollar erreicht. Am Nachmittag notierte die Cyberdevise laut Daten der Plattform Coinmarketcap bei rund 72.709 Dollar und erreichte damit ihr Allzeithoch. Danach fiel der Kurs wieder auf etwa 72.200 Dollar.
Mit dem neuerlichen Rekordhoch hat der Bitcoin einen Meilenstein erreicht: Laut Berechnungen des Fachportals „Infinite Market Cap“ erreicht die Kryptowährung damit einen Gesamtwert von 1,42 Billionen Dollar. Das übertrifft erstmals den Wert der weltweiten Silberbestände. Dieser liegt laut dem Portal bei 1,38 Billionen Dollar.
Timo Emden, Analyst von Emden Research, sieht Potenzial für weitere Kurssteigerungen: „Anleger könnten nun die 80.000-Dollar-Marke ins Auge fassen“, sagt Emden.
Bitcoin-Fonds sind einer der Haupttreiber der Rally
Rania Gule, Analystin der Tradingplattform XS.com, hält es sogar für möglich, dass der Bitcoin-Kurs mittel- bis langfristig einen Wert von 100.000 Dollar erreicht. Dazu könne es kommen, wenn Kleinanleger verstärkt begännen, in die Kryptowährung zu investieren. Das schreibt Gule in einem Marktkommentar.
Die neuen börsengehandelten Bitcoin-Fonds (Spot-ETFs) haben den Einstieg für Kleinanleger vereinfacht. Anfang des Jahres hatte die US-Börsenaufsicht SEC die Fonds zugelassen, die die Kursentwicklung der Kryptowährung eins zu eins abbilden. Durch die Fonds müssen Anleger den Bitcoin nicht mehr direkt kaufen und halten, um in die Kryptowährung zu investieren.
Die Zulassung der Bitcoin-Fonds hat die Nachfrage nach der Cyberdevise steigen lassen und gilt als einer der Haupttreiber der aktuellen Bitcoin-Rally. Allein in der vergangenen Woche investierten Anleger eine Rekordsumme von 2,7 Milliarden Dollar in Anlageprodukte mit digitalen Vermögenswerten, schreibt James Butterfill, Head of Research beim Vermögensverwalter Coinshares, in einem Marktbericht.
Daneben profitiert der Bitcoin davon, dass Anleger erwarten, dass die Zinsen langfristig sinken. Bei sinkenden Zinsen würde der Bitcoin als Anlageform wieder attraktiver.
Als dritter Grund für die Rekordjagd des Bitcoins gilt das anstehende „Halving“, die künstliche Verknappung des Nachschubs der Kryptowährung. Dabei halbiert sich die Menge an Bitcoins, die sogenannte Miner beim „Schürfen“ der Währung generieren. Alle vier Jahre kommt es zu einem „Halving“, das nächste steht voraussichtlich im April an.
Wie Daten der Branchendienste Coindesk und Coin Metrics zeigen, ist der Bitcoin-Kurs ein Jahr vor und nach den bisherigen Halvings häufig deutlich gestiegen. Wie stark sich das anstehende Halving aber tatsächlich auf den Kurs auswirkt, ist unklar. Denn mit jeder weiteren Halbierung schwächt sich der Effekt auf das Bitcoin-Angebot ab.
Außerdem folgten beim Bitcoin in der Vergangenheit auf Rekordhochs oftmals extreme Kursabstürze. Nachdem die Währung im November 2021 einen Stand von rund 69.000 US-Dollar erreicht hatte, brach der Wert innerhalb eines Jahres auf weniger als 17.000 US-Dollar ein.