Motoren-Start-up: Veekim – Mit Phantomkunden zu 52 Prozent Rendite
Frankfurt, Berlin. Peter Siegle verspricht viel: einen „grünen Motor“, quasi einen Supermotor. Die neue Maschine komme ohne die teuren Metalle der seltenen Erden aus, sei so effizient wie aktuelle Elektromotoren, dafür aber 20 Prozent günstiger, erklärte der Veekim-Vorstand im Dezember 2023 vor Investoren. Siegle wollte zwei Millionen Euro aus dem Crowdfunding einwerben und hatte gute Argumente.
Sein Werk im niedersächsischen Hodenhagen baue bereits Motorenserien für die Beckhoff-Gruppe und für Fischer Elektromotoren, sagte er. Auch deshalb erziele Veekim drei Millionen Euro Umsatz in 2023. Hinzu komme die Projektpipeline. „Wenn der Serienanlauf beginnt, können wir mit Fug und Recht behaupten, dass wir nach dem Serienstart pro Jahr, ich sag' mal Minimum, 30 Millionen Euro erreichen als Umsatz“, holperte sich Siegle durch den Vortrag. Gute Chancen für eine nächste Serienproduktion gebe es demnach beim Gabelstapler-Konzern Kion.
Die Investoren waren beeindruckt – und stellten dem Unternehmer 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Recherchen des Handelsblatts legen jedoch nahe, dass Siegle im Pitch und im Crowdfunding-Portal Fundernation monatelang irreführende Informationen verbreitet haben könnte. Sie werfen die Frage auf, wie genau es Peter Siegle mit der Wahrheit nimmt.