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ÖlUS-Öl weiter unter Druck

Begrenzte Lagerkapazitäten am Hauptumschlagplatz Cushing sorgen für Unsicherheit – der Preis für Nordseeöl ist dagegen leicht gestiegen. 28.04.2020 - 14:56 Uhr aktualisiert

Brent ist die für Europa wichtigste Ölsorte. Die Sorte WTI stammt aus den USA.

Foto: dpa

London. Die eingebrochene Nachfrage nach Öl und die begrenzten Lagerkapazitäten setzen dem Preis für US-Leichtöl weiter zu. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostet mit 11,78 Dollar knapp acht Prozent weniger als am Vortag. In der Spitze büßte US-Öl erneut mehr als 20 Prozent ein.

"Für die geringe Nachfrage ist das Angebot weiterhin viel zu hoch", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Am US-Ölmarkt sorgt insbesondere für Verunsicherung, dass am Hauptumschlagplatz Cushing im Bundesstaat Oklahoma kaum noch Lagermöglichkeiten zur Verfügung stehen. Zugleich ist die Nachfrage wegen der Corona-Pandemie eingebrochen, der der weltweite Energiebedarf sank um etwa 30 Prozent. Die unlängst beschlossene Drosselung der Fördermenge fängt nur einen Teil des Ausfalls auf. Anfang vergangener Woche war der Ölpreis in den USA erstmals in seiner Geschichte ins Minus gestürzt.

Vor dem Auslaufen des Mai-Kontrakts mussten Investoren bei Verkäufen Geld zuschießen, um angesichts knapper Lagermöglichkeiten kein Öl abnehmen zu müssen.

Da die Rohöl-Lagerkapazitäten fast erschöpft seien, fürchteten Anleger einen Preisrutsch von WTI unter null wie vergangene Woche, sagte Harry Tchilinguirian, Chef-Anlagestratege für Erdöl bei der Bank BNP Paribas. Vor diesem Hintergrund entschloss sich der größte börsennotierte US-Ölfonds, aus den Juni-Futures auf WTI auszusteigen und in länger laufende Kontrakte umzuschichten. Daraufhin fiel der Kurs des US Öil ETF im vorbörslichen US-Geschäft am Dienstag um fünf Prozent auf ein Rekordtief von 2,08 Dollar.

Der Preis für Nordseeöl der europäischen Sorte Brent konnte anfängliche Verlust im Handelsverlauf dagegen wettmachen und stieg rund zwei Prozent auf 20,41 Dollar je Barrel. Auch der Brent-Preis hatte indes jüngst zusehends gelitten. In der vergangenen Woche war er bis auf 15,98 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit 1999 gefallen. Seither hat er sich wieder deutlich erholt.

Allerdings kamen zuletzt auch von der Rohstoffbörse ICE Futures Europe pessimistische Signale. In der vergangenen Woche gab die für den Brent-Preis entscheidende Handelsplattform bekannt, man bereite sich auch bei der Nordseesorte auf negative Preise vor. Solange Produktionskürzungen nicht mit der eingebrochenen Nachfrage am Markt Schritt halten, erwarte das Unternehmen Preise nahe oder unter der Nulllinie. Derweil passen auch Händler ihre Risikomodelle an die neuen Realitäten an.

Hier geht es zur Seite mit dem Brent-Preis, hier zum WTI-Kurs.

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