Rohstoffe: Erste Lithium-Raffinerie Europas produziert bald kommerziell
Frankfurt. Bisher wird in Europa noch kein batteriefähiges Lithiumhydroxid im Industrieformat produziert – doch das könnte sich in wenigen Monaten ändern: Ab Mitte 2026 will die deutsche Firma AMG Lithium in Bitterfeld das Vorprodukt für Kathodenmaterial kommerziell herstellen.
Derzeit befinde sich die Produktion in der Qualifizierungsphase, sagt Stefan Scherer, Chef von AMG Lithium. Das heißt, AMG sendet das Material in kleinen Mengen zu potenziellen Kunden, die es testen. Aktuell sei das Unternehmen, das eine Tochter des niederländischen Metallurgiekonzerns AMG ist, in der „heißen Phase“, sagt Scherer. Die Kunden würden Material direkt in ihren Anwendungen, also ihren Kathodenpasten, testen und nicht mehr nur im Labor.
„Das Ziel ist, dass unser Lithiumhydroxid die gleiche elektrochemische Performance zeigt wie das Material, das die Kunden bisher verwendet haben“, sagt Scherer. Zu diesen potenziellen Kunden zählen alle in Europa tätigen Kathodenhersteller. Kathoden werden unter anderem für Batteriezellen in Elektroautos benötigt.
Allerdings sei AMG aber auch direkt im Austausch mit den Zellproduzenten und den Automobilherstellern, denn diese würden mittlerweile stärker entlang der Lieferkette investieren und mitreden.