Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Marktschluss: Nvidia treibt Nasdaq erstmals über 17.000 Punkte
Frankfurt. Die US-Technologiebörse Nasdaq hat erstmals die 17.000-Punkte-Marke geknackt. Das Börsenbarometer rückte am Dienstag um 0,6 Prozent auf 17.019 Zähler vor und stand damit so hoch wie nie. Hintergrund waren weiter starke Kursgewinne bei den Technologiewerten nach dem positiv aufgenommenen Finanzbericht von Nvidia vergangene Woche. Die Aktie des auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierten Chipkonzerns kletterte um knapp sieben Prozent. Die Titel anderer Halbleiterhersteller wie AMD, Micron und Intel gewannen zwischen 1,1 und 3,1 Prozent.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor dagegen 0,5 Prozent auf 38.852 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 lag kaum verändert bei 5306 Zählern. Am Montag war an der Wall Street aufgrund eines Feiertags nicht gehandelt worden.
Auf die Stimmung drückte die mangelnde Klarheit rund um den Zeitpunkt der erwarteten ersten Zinssenkung der US-Notenbank Fed. „In der Anlegergemeinschaft setzt sich zunehmend die Ansicht durch, dass es unwahrscheinlich ist, dass die Fed die Zinsen im Jahr 2024 senken wird“, sagte Peter Andersen, Gründer des Vermögensverwalters Andersen Capital Management. „Bei den nächsten Konjunkturberichten werden die Anleger darauf achten, inwieweit die Zahlen die neue Sichtweise bestätigen.“
Investoren warten mit Spannung auf die Veröffentlichung des sogenannten US-PCE-Index der privaten Konsumausgaben am Freitag. Dieser bildet ein für die US-Notenbank Fed besonders wichtiges Inflationsmaß. Davon erhofften sich Marktteilnehmer weitere Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Notenbanker.
Kim Forrest, Chefanlegerin beim Investitionsberater Bokeh Capital Partners, zeigte sich optimistisch: „Insgesamt ist die Inflation tendenziell rückläufig, und das dürfte der Fed Spielraum für Zinssenkungen geben.“
Zum Handelsstart in New York tritt am Dienstag auch eine neue Regel in Kraft, die den Handel mit praktisch jeder Aktie, Anliehe und jedem ETF in den USA beeinflussen wird. So wird sich der Abwicklungszyklus, auch Settlement genannt, von zwei auf einen Tag verkürzen. An der Wall Street wird daher auch von der T+1-Regel gesprochen. Lange war diese Umstellung in Vorbereitung, die im Februar von der US-Börsenaufsicht SEC offiziell beschlossen wurde.
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Im besten Fall sollten Anleger nichts von der Umstellung merken. Doch eine Reihe von Finanzdienstleistern hat extra Personal bereitgestellt.
Selbst die SEC warnte, dass die Umstellung zu einem „kurzfristigen Anstieg der Abwicklungsprobleme und Herausforderungen für ein kleines Segment von Marktteilnehmern" führen könnte. SIFMA, der Verband der Wertpapierbranche, hat ein sogenanntes „Command Center“ eingerichtet, um Probleme frühzeitig zu erkennen und Reaktionen bei Bedarf zu koordinieren.
Die Umstellung soll den Handel effizienter machen und Risiken minimieren. Je länger es dauert, bis ein Wertpapiergeschäft abgewickelt ist, desto größer das Risiko, dass etwas schief geht. So könnte zum Beispiel das Konto eines Käufers nicht ausreichend gedeckt sein oder es liegt ein Buchungsfehler vor und der Verkäufer besitzt weniger Aktien als er eigentlich verkaufen wollte.
Schon seit den 90er Jahren drängt die Finanzbranche auf kürzere Zyklen. Damals dauerte es noch fünf Tage bis Trades abgewickelt wurden. Über die Jahre wurden die Abstände dann auf drei, zwei und nun einen Tag reduziert.
Blick auf die Einzelwerte
Öl: Am Rohstoffmarkt stachen vor allem die Preissteigerungen beim US-Öl WTI ins Auge. Die Erwartung einer starken Treibstoffnachfrage in der bevorstehenden US-Urlaubssaison verteuerte WTI um 2,7 Prozent auf 79,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Gestützt wurde der Preis laut Börsianern auch von der Erwartung, dass sich die Opec+, in der die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) und andere Ölförderer wie Russland zusammengeschlossen sind, bei ihrem Online-Treffen am Sonntag auf eine Beibehaltung der freiwilligen Produktionskürzungen verständigen dürfte. Der Preis für die Nordsee-Rohölsorte Brent stieg um 1,3 Prozent auf 84,17 Dollar je Fass.
Gamestop: Der US-Videospiele-Händler hat Einnahmen aus Verkäufen eigener Aktien während der jüngsten Rally bekanntgegeben. Die Veröffentlichung erfolgte bereits am Freitag nach Börsenschluss. Am Dienstag schlossen die Aktien mit 25 Prozent im Plus.
Apple: Die Titel profitieren von einem Anstieg der iPhone-Verkäufe in China und legen um rund ein Prozent zu, schlossen dann aber unverändert.
Airbnb: Eine Hochstufung lässt Anleger bei Airbnb zugreifen. Die Titel des Zimmer-Vermittlers legen um 1,8 Prozent auf 147 Dollar zu. Die Experten des Vermögensverwalters Wedbush in Los Angeles haben die Papiere auf „Outperform“ nach zuvor „Neutral“ gesetzt. Auch das Kursziel wurde auf 165 von 160 Dollar angehoben. Hintergrund seien die positiven kurzfristigen Aussichten für die Nachfrage nach Reisen angesichts der Fußball-Europameisterschaft und der Olympischen Spiele.
Riot Platforms: Im Kryptowährungssektor stützte ein Übernahmeangebot des Bitcoin-Miners Riot Platforms für den Rivalen Bitfarms die Aktien beider Unternehmen, die um 3,5 und 4,2 Prozent zulegten. Riot Platforms will Bitfarms für rund 950 Millionen Dollar kaufen. Dies entspricht einem Preis von 2,30 Dollar je Aktie im Vergleich zum aktuellen Kurs von 2,94 Dollar. Bitfarms lehnte Riots privates Angebot vergangenen Monat als zu niedrig ab. Nun plant das größere Unternehmen auch ein öffentliches Angebot und die Besetzung des Verwaltungsrates von Bitfarms mit eigenen Mitgliedern, nachdem es einen Anteil von 9,25 Prozent am Rivalen erworben hat.