Investment: Europäische Firmen halten nach Zukäufen in den USA Ausschau
Zürich. Europäische Firmen wollen der Investmentbank JPMorgan zufolge auch nach der Eskalation des Zollstreits weiterhin in den USA zukaufen. „Wir erhalten im Durchschnitt drei oder vier Anrufe pro Woche von Kollegen aus Europa, die sagen: „Ich habe einen Kunden, der gerne 300 bis 800 Millionen Dollar in den USA investieren würde. Können Sie uns Akquisitionsideen vorstellen?“, erklärte John Richert, der das JPMorgan-Investmentbanking für mittelgroße Firmen in den USA leitet. „Das hat sich trotz des unsicheren Umfelds nicht verlangsamt.“ Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen, denn eine US-Präsenz sei für viele Unternehmen eine Absicherung gegen die Unsicherheit rund um die Zölle.
Dazu komme, dass die USA aufgrund ihrer Marktgröße und der Wachstumsaussichten grundsätzlich weiter attraktiv seien. Gleichzeitig würden aber auch US-Firmen vermehrt ein Auge auf Europa werfen. „US-Unternehmen sind besonders an europäischen Sektoren wie Verteidigung und Infrastruktur interessiert“, erklärte Richert.
Angesichts der milliardenschweren Investitionsprogramme Deutschlands und anderer europäischer Länder sei ein Standbein auf dem Kontinent für Anleger und Firmen aus den USA eine Absicherung gegen Ausschläge im Heimmarkt. Bevor sie ihre Vorhaben umsetzten, warteten allerdings viele auf eine Stabilisierung der Zinsen.