Konjunktur: Japans Kerninflation ist im März wieder gestiegen
Tokio. Japans Kerninflation hat sich im März aufgrund des anhaltenden Anstiegs der Lebensmittelkosten beschleunigt. Wie offizielle Daten der Regierung am Freitag zeigten, stieg der Kernverbraucherpreisindex (CPI), der Ölprodukte einschließt, aber die Preise für frische Lebensmittel ausschließt, im März um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und entsprach damit einer mittleren Marktprognose. Im Februar war ein Anstieg um drei Prozent zu verzeichnen gewesen.
Ein separater Index, der die Auswirkungen von frischen Lebensmitteln und Treibstoffkosten ausklammert und von der Bank of Japan (BOJ) als umfassenderer Preisentwicklungsindikator genau beobachtet wird, stieg im März um 2,9 Prozent, während die Marktprognosen von einem Anstieg um 2,8 Prozent ausgingen. Dem vorausgegangen war ein Anstieg um 2,6 Prozent im Februar.
Die Daten wurden im Vorfeld der geldpolitischen Sitzung der BOJ in der kommenden Woche veröffentlicht, bei der die Zentralbank die Zinssätze bei 0,5 Prozent belassen und ihre Wachstumsprognosen nach unten korrigieren könnte. Eine steigende Kerninflation erschwert die Aufgabe der Zentralbank, den zunehmenden Preisdruck gegen die Risiken für die Wirtschaft durch höhere US-Zölle abzuwägen.
Obwohl Washington eine 90-tägige Verschiebung seiner Pläne für umfassende Zölle auf in die USA eingeführte Waren ankündigte, hat es Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Aluminium, Stahl und Automobile sowie eine pauschale Abgabe von 10 Prozent auf importierte Waren aufrechterhalten.
Dauerhaft hohe Lebensmittelpreise und steigende Löhne halten die Verbraucherinflation seit fast drei Jahren über dem Zwei-Prozent-Ziel der BOJ, was die Markterwartungen untermauert, dass die Zentralbank die Zinssätze von derzeit 0,5 Prozent weiter erhöhen wird.