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Dax aktuell Dax schließt leicht im Plus – US-Jobdaten beruhigen die Anleger

Am deutschen Aktienmarkt ist derzeit Geduld gefragt. Der Dax legt zwar zu, bleibt aber in einer engen Handelsspanne. Das Debüt von Mister Spex verlief wechselhaft.
02.07.2021 - 18:10 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax hat die Woche mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen: Den Freitag beendete der deutsche Leitindex 0,3 Prozent im Plus bei 15.650 Punkten. Auf Wochensicht beträgt der Zuwachs ebenfalls 0,3 Prozent.

Die Frankfurter Benchmark pendelt damit weiter um die alte Ausbruchsmarke von 15.500 Punkten: In den vergangenen fünf Wochen lag die Handelsspanne bei gerade einmal 500 Punkten, zwischen 15.300 und 15.800 Zählern. „Das zähe Ringen um dieses Schlüsselniveau der letzten Tage und Wochen stellt die Geduld der Marktteilnehmer auf eine harte Probe“, schreiben dazu die Börsenexperten der HSBC.

Unter anderem aufgrund der saisonalen Rückschlaggefahren im dritten Quartal prognostiziert die HSBC aber eher „herausfordernde Sommermonate“. Was bislang für dieses Szenario allerdings fehlt, ist das entscheidende Preissignal.

Ganz ähnlich beschreibt Thomas Altmann von GC Partners die aktuelle Situation: „In Europa lautet das Motto weiterhin abwarten.“ Zwar habe der S&P 500 am Donnerstag den sechsten Tag in Folge ein neues Rekordhoch erreicht, trotzdem komme der US-Optimismus hierzulande nicht an.

Viele Anleger wollen offensichtlich zuerst sehen, ob die positiven wirtschaftlichen Prognosen auch tatsächlich so eintreten. Vorher bauen sie, so beschreibt es Altmann, keine weiteren Bestände auf.

Licht und Schatten am US-Arbeitsmarkt

Ein zunächst positives Signal, auf das viele Anleger gewartet hatten, kam heute aus den USA: Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im Juni stärker aufgehellt als erwartet. Es entstanden 850.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie die Regierung in Washington am Nachmittag mitteilte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit 700.000 gerechnet – nach einem Jobaufbau von revidiert 583.000 im Mai. „Das sind starke Zahlen, aber nicht so stark, dass sie Inflations- und Zinserhöhungsängste auslösen könnten“, sagte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets.

Als Wermutstropfen gilt allerdings die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote. Sie stieg überraschend auf 5,9 Prozent. In Kombination war das nicht die frohe Botschaft, auf die die Anleger in den vergangenen Tagen gewartet haben. Der Dax von seinem Tageshoch von 15.706 Punkten ausgehend nach.

Das Zahlenmaterial zum US-Arbeitsmarkt dürfte er nicht durchweg positiv beurteilen. Die Erholung am Jobmarkt bleibt ein wenig schleppend, und es droht die Gefahr steigender Löhne. Quelle: Xinhua / eyevine / laif
US-Notenbankchef Jerome Powell

Das Zahlenmaterial zum US-Arbeitsmarkt dürfte er nicht durchweg positiv beurteilen. Die Erholung am Jobmarkt bleibt ein wenig schleppend, und es droht die Gefahr steigender Löhne.

(Foto: Xinhua / eyevine / laif)

US-Notenbankchef Jerome Powell dürfte das Zahlenmaterial vom US-Arbeitsmarkt nicht durchweg positiv beurteilen. Die Erholung am Jobmarkt bleibt ein wenig schleppend, und es droht die Gefahr steigender Löhne. Viele Analysten erwarten daher, dass die US-Währungshüter darauf setzen werden, dass bei Auslaufen der extra Arbeitslosenhilfe im September auch mehr Menschen an ihre Arbeitsplätze zurückkehren werden. Demgegenüber stufen sie steigende Löhne als Risikoszenario ein, weil bei diesem Szenario die US-Notenbank mit ihrer expansiven Geldpolitik nicht mehr richtig positioniert ist.

Bislang erholt sich die Wirtschaft in den USA deutlich, zumal US-Präsident Joe Biden üppige Finanzhilfen fließen lässt. Die Fed dürfe daher, so lautet die Prognose vieler Marktkenner, schon bald einen Ausstiegsfahrplan aus den monatlichen Wertpapierkäufen vorlegen.

Ölförderallianz Opec plus berät erneut über Ausweitung der Fördermenge

Auf die Stimmung der Anleger dürfte sich auch das Ergebnis der Verhandlungen des Ölkartells Opec und seiner Partnerländer auswirken. Am Donnerstagabend war die schwierige Kompromissfindung über die weitere Förderstrategie auf heute vertagt worden. Die als Opec plus bekannte Allianz aus rund zwei Dutzend Ölexporteuren hatte sich zuvor nicht darauf verständigen können, wie weit ab August die Ölhähne aufgedreht werden sollen.

Die von Saudi-Arabien dominierte Opec und die von Russland angeführten Kooperationspartner diskutieren nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass darüber, ihre tägliche Fördermenge zwischen August und Dezember um 400.000 Barrel (je 159 Liter) auszuweiten. Noch wird darüber gestritten, von welcher Berechnungsgrundlage aus die Erhöhung stattfinden soll.

Die Ölpreise profitierten am Donnerstag deutlich von dem eher vorsichtigen Kurs des Ölverbunds Opec plus. In der Spitze markierten die Erdölpreise erneut mehrjährige Höchststände. Ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg bis auf 76,71 Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate kostete bis zu 76,22 Dollar. Das waren jeweils die höchsten Stände seit Oktober 2018.

Einzelwerte im Fokus

Mister Spex: Am heutigen Freitag werden die Titel des Berliner-Onlineoptikers Mister Spex erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt. Der Börsenstart verlief wechselhaft: Die Aktie schloss bei 24,50 Euro knapp unter dem Ausgabepreis von 25 Euro, nachdem sie zwischenzeitlich auf 26 Euro gestiegen war.

Das 2007 gegründete Unternehmen kam damit auf einen Börsenwert von 829 Millionen Euro. Vom Emissionserlös fließen 245 Millionen Euro direkt in die Kasse von Mister Spex, der Rest geht an die Altaktionäre.

Das Unternehmen, das Brillen zunächst nur über das Internet verkauft hatte, kommt inzwischen auf 39 Läden in Deutschland, Schweden und Österreich und wird damit immer mehr zum Rivalen für Fielmann und Apollo Optik. Das Filialnetz soll nun auf weitere sieben Länder ausgedehnt werden, in denen Mister Spex aktiv ist.

Delivery Hero: Im Dax setzten die Aktien des Essenslieferanten Delivery Hero ihre Erholung fort und setzen sich nach einer Kurszielanhebung durch die US-Bank JP Morgan an die Indexspitze. Sie schlossen 3,5 Prozent im Plus. Analyst Marcus Diebel lobte die inzwischen im Branchenvergleich attraktive Bewertung. 

Grenke: Der Leasingspezialist verkündet aktuelle Zahlen, die belegen, dass sich das Unternehmen im Neugeschäft immer weiter aus dem Corona-Tief herausarbeitet. Im zweiten Quartal ging das Leasing-Neugeschäft im Jahresvergleich nur noch minimal auf rund 399 Millionen Euro zurück, wie das im SDax notierte Unternehmen am Freitag in Baden-Baden mitteilte. Im ersten Quartal war das Neugeschäft noch deutlich gesunken. Die Aktien legten 2,6 Prozent zu.

Evonik: Im MDax litt der Essener Spezialchemiehersteller Evonik unter einem negativen Votum der US-Investmentbank Goldman Sachs. Als Reaktion verloren die Aktien 2,1 Prozent. Analystin Georgina Iwamoto sprach sich für einen Verkauf der Papiere aus, nachdem sie zuvor noch eine Kaufempfehlung abgegeben hatte. Die Expertin sieht in ihrer Einschätzung inzwischen attraktiveres Kurspotenzial bei den Wettbewerbern aus der Branche.

Fresenius Medical Care: Der Dialysespezialist stand am Freitag unter Druck. Nach Nachrichten zur alljährlichen Diskussion über die Vergütungssätze im staatlichen Gesundheitssystem in den USA fielen die Aktien des Unternehmens 2,2 Prozent. Ein Händler erklärte der Nachrichtenagentur DPA, die vorgeschlagene Anhebung der Zahlungen sei geringer ausgefallen als erhofft und dürfte weniger Rückenwind geben als in den vergangenen Jahren.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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