1. Startseite
  2. Finanzen
  3. Märkte
  4. Marktberichte
  5. Dax aktuell: Dax-Verschnaufpause hält an

Dax aktuellDax-Verschnaufpause hält an

Der deutsche Leitindex schließt leicht im Minus. Die Kaufbereitschaft scheint nach der vergangenen Rekordwoche gesunken zu sein. Doch mit größeren Kursverlusten rechnen die Profis derzeit nicht.Jürgen Röder, Daniel Rebstock 05.03.2024 - 18:12 Uhr aktualisiert
Der deutsche Leitindex hat seine Rekordjagd der Vorwoche zunächst beendet. Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Nach dem Ende der Rekordjagd festigt sich die Tendenz einer Verschnaufpause am deutschen Aktienmarkt. Der Dax beendete den Handel am Dienstag bei 17.698 Punkten, ein Minus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vortagesschluss.

Mit dem Tagestief in Form von 17.643 Punkten hat der deutsche Leitindex einen kurzfristigen Abwärtstrend etabliert. Diese Marke ist das zweite Tagestief in Folge, das unterhalb des Vortagestiefs liegt.

Dieser Abwärtstrend blieb am heutigen Dienstag intakt, da der Dax nicht über 17.756 Zähler, den höchsten Stand des Vortags, kletterte. Denn fallende Hochs und niedrigere Tiefs sind die klassische Definition für einen Abwärtstrend.

Offenbar ist die Kaufbereitschaft nach acht Rekordhochs in Folge mit einer neuen Bestmarke bei 17.817 Punkten nicht mehr vorhanden. Gut möglich, dass im Vorfeld der Sitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag das Interesse nachlässt, auf solch einem hohen Niveau zu kaufen. Zumal der gerade begonnene Börsenmonat März als eher schwierig gilt.

Trotz des Beginns eines kurzfristigen Abwärtstrends: Gewinnmitnahmen im großen Stil waren bislang nicht zu beobachten. Das war nach den ehemaligen Rekordhochs von 17.003 Punkten Mitte Dezember und 16.529 Punkten Ende Juli 2023 anders. Damals rutschte der Dax schnell über 300 sowie mehr als 600 Zähler ab.

Deswegen besteht derzeit immer noch eine gute Chance, dass der Leitindex in den kommenden Tagen wieder ein neues Rekordhoch erreicht. Denn auch für Martin Utschneider, technischer Analyst bei Finanzethos, bleibt der Blick „tendenziell nach oben gerichtet“. Der Dax bleibt seiner Ansicht nach auch trotz der vergangenen beiden Tage im Haussemodus.

Natürlich sollten Anleger ihre Stopps beibehalten. Kurzfristig ausgerichtete Anleger können sich laut Utschneider an den Marken von 17.490 und 17.220 Indexzählern orientieren.

Zudem besteht zwischen 17.280 und 17.158 Zählern weiterhin eine Aufwärtskurslücke vom 21. und 22. Februar. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Kurs des Tages unter dem tiefsten Stand des Folgetages liegt. In dem genannten Bereich fand folglich kein Handel statt. Diese Lücke ist damit eine wichtige charttechnische Unterstützung.

Auch die heimischen Profianleger rechnen offenbar nicht damit, dass es zu größeren Kursverlusten kommt. Ansonsten hätte sich diese Anlegergruppe mehr Put-Optionen an der Frankfurter Terminbörse Eurex gekauft. Put-Optionen steigen bei fallenden Kursen an Wert und dienen damit als Absicherung gegen fallende Notierungen.

Was aber im Umkehrschluss bedeutet: Sollten die Kurse abrutschen, existiert kein Sicherheitsnetz. Denn der Kauf von Put-Optionen funktioniert wie ein Leerverkauf. Zunächst wird die Aktie oder der Index verkauft mit dem Ziel, den Wert wieder günstiger zurückkaufen zu können. Dieser Rückkauf geschieht beim Schließen der Put-Option und stützt damit den Kurs.

Bitcoin und Gold auf Rekordhöhen

Im Gegensatz zur kleinen Verschnaufpause des Dax gibt es an den Märkten zwei Assetklassen, die neuen Rekord erklommen haben. 

Da ist zum einen der Bitcoin-Kurs, der zum ersten Mal in seiner Geschichte die 69.000-Dollar Marke überwinden konnte. Die umsatzstärkste Cyber-Devise sprang zeitweise um 2,5 Prozent auf 69.202 Dollar und war damit so teuer wie noch nie. Am Dienstagabend fiel der Kurs zunächst wieder auf unter 66.000 Dollar.

Kryptowährung

Bitcoin erreicht Rekordhoch von über 69.000 Dollar

„Die Bitcoin-Geschichtsbücher sind heute um ein Kapitel reicher“, kommentiert Timo Emden vom Analysehaus Emden Research. Hintergrund der aktuellen Rally sei die hohe Nachfrage nach börsennotierten Bitcoin-Spot-ETFs in den USA. Gleichzeitig nähmen Investoren eine der letzten Gelegenheiten wahr, um sich im Vorfeld des sogenannten Bitcoin-Halvings zu positionieren, wo das Angebot an der Kryptowährung algorithmisch halbiert wird. 

Laut einem Bericht des Wirtschaftsnachrichten-Dienstes Bloomberg hat der Marktwert der Cyberdevise bereits vorher einen Rekord erreicht. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin erreichte 1,35 Billionen Dollar und übertraf damit den Spitzenwert von 1,28 Billionen Dollar aus dem November 2021, wie Daten von Coingecko zeigen.

Historisch gesehen ist ein Rekordmarktwert „das zuverlässigere Preissignal dafür, dass eine neue Phase des aktuellen Marktes beginnt“, sagte David Lawant, Leiter der Forschungsabteilung beim Krypto-Prime-Broker FalconX.

Die börsengehandelten Bitcoin-Fonds von Unternehmen wie Blackrock und Fidelity Investments haben seit ihrem Debüt am 11. Januar Nettozuflüsse von mehr als sieben Milliarden Dollar angezogen.

Die Spekulationslust ist auch auf breiterer Ebene in den Kryptomarkt zurückgekehrt, von stark fremdfinanzierten Wetten auf den Derivatemärkten bis hin zu zweistelligen Zuwächsen innerhalb eines Tages bei sogenannten Meme-Coins. Diese Kryptowährungen locken nicht mit besonderer Technologie, sondern mit Emotionen Anleger an.

Und zum anderen steigt die Nachfrage nach Gold wieder deutlich. Laut Datenanbieter Refinitiv ist der Preis für das gelbe Edelmetall auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die neue Bestmarke liegt bei 2.141,59 Dollar, die alte lag bei 2.135 Dollar, erreicht im Dezember 2023.

Edelmetall

Goldpreis knackt den vierten Tag in Folge den Rekord

Laut Charttechnik ist noch deutlich Luft nach oben. Demnach waren die ehemaligen Rekordstände aus den Jahren 2020, 2021 und 2023 mit 2070 und 2072 Dollar die entscheidende Hürde, die es zu überwinden galt.

Jörg Scherer, Leiter technische Analyse bei HSBC Deutschland, hat nach dem Überwinden dieser Hürde ein Anschlusspotenzial von rund 400 Dollar ausgerechnet. Als strategisches Stop-Loss-Limit können Investoren indes das alte Rekordhoch aus dem Jahr 2011 bei 1920 Dollar heranziehen.

Euronext meldet Technikproblem

Der Börsenbetreiber Euronext meldete am Dienstagvormittag laut der Nachrichtenagentur Reuters technische Probleme. Der Handel mit Indexderivaten sei demnach angehalten worden, andere Segmente seien nicht betroffen.

Dax-Zusammensetzung wird überprüft

Nach Börsenschluss entscheidet die Deutsche Börse über die künftige Dax-Zusammensetzung. Aufstiegskandidat Lufthansa könnte es im Rennen um einen Platz in der ersten Börsenliga schwer haben, da der mögliche Absteiger Zalando im Februar kursmäßig Boden gutgemacht hat.

Blick auf Einzelwerte

Fresenius Medical Care (FMC): Die Aktien gewinnen bis zu zwölf Prozent auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 38,65 Euro. Zum Handelsschluss lagen die Papiere bei 38,45 Euro. Eine groß angelegte Studie im Spätstadium hat laut Novo Nordisk gezeigt, dass Ozempic das Fortschreiten chronischer Nierenerkrankungen bei Diabetes-Patienten verzögert und das Risiko schwerer Herzprobleme und von Todesfällen um 24 Prozent senkt. Diese Zahl liege allerdings unter den Erwartungen einiger Anleger, die auf bis zu 30 Prozent getippt hatten, sagten die Analysten.

„FMC behandelt als Dialyseanbieter genau diese Patienten, also wirkt sich das positiv auf das Geschäft aus“, sagte ein Händler.

Bayer: Bei dem Leverkusener Unternehmen stand am Dienstag der Kapitalmarkttag an. Der Chemiekonzern hat außerdem Geschäftszahlen für 2023 vorgelegt: Ein Verlust von 2,9 Milliarden Euro steht im vergangenen Jahr zu Buche. Abspaltungen von wenig lukrativen Sparten stehen zunächst nicht auf dem Programm. Der Aktienkurs sank um 7,6 Prozent.

Verwandte Themen
Dax
Bitcoin
Bloomberg
HSBC
Lufthansa

Siemens: Die HSBC hat das Papier des Münchener Unternehmens auf „reduce" abgestuft. Die Aktien ließen um 1,4 Prozent nach.

Ströer: Das Außenwerbeunternehmen hat 2023 einen Rekordumsatz eingefahren. Co-CEO Christian Schmalzl rechnet damit, dass sich der positive Trend im ersten Quartal 2024 fortsetzt. Die Aktie gewann 4,4 Prozent dazu.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt