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Dax aktuellDax-Rekordjagd endet vorerst – Erste Signale der Schwäche

Der deutsche Leitindex verabschiedet sich zum Wochenstart von den Hoffnungen auf neue Rekordstände. Anleger sollten lieber weitere Kursverluste einplanen.Jürgen Röder, Daniel Rebstock 04.03.2024 - 17:53 Uhr aktualisiert
Der deutsche Leitindex hat es zum Wochenstart nicht geschafft, ein neues Rekotdhoch zu erreichen. Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Ist die Rally am deutschen Aktienmarkt beendet? Zumindest hat der Dax zum Wochenauftakt kein neues Rekordhoch markiert. Das war ihm an den vergangenen acht Handelstagen jeweils gelungen.

In einem impulslosen Handel am Montag lag der deutsche Leitindex zum Handelsende bei 17.716 Zählern und damit kaum verändert im Vergleich zum Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Das Tagestief von 17.684 Zählern lag unterhalb des Vortagestiefs – ein erstes Anzeichen von Schwäche.

Die längste Rekordserie beim Leitindex stammt nach Berechnungen von Thomas Altmann vom Fondshaus QC Partners aus dem Jahr 2013, als es zwölf Rekordstände in Folge gab. Der US-Leitindex S&P 500 hat bereits einen Rekordwert in seiner fast 100-jährigen Historie eingestellt. Er hat 16 der vergangenen 18 Handelswochen im Plus beendet.

So oder so mehren sich die Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierungsphase. Seit dem Jahrestief am 17. Januar mit 16.345 Zählern ist der Leitindex um fast 1500 Punkte oder umgerechnet neun Prozent nach oben geklettert. Nach einer solchen Phase, die meistens fünf bis sieben Wochen dauert, sind Rücksetzer üblich und eher gesund für den weiteren Aufwärtstrend. Hinterherlaufen sollten Anleger diesen steigenden Kursen lieber nicht.

Die vergangene Konsolidierung von Mitte Dezember bis Mitte Januar war mit einem Minus von vier Prozent eher gering, üblich sind eher sechs bis acht Prozent. Das würde grob gerechnet einen Rutsch in den Bereich von 16.500 bis 17.000 Punkten bedeuten.

Aus technischer Sicht ist der Dax seit längerer Zeit überkauft, also zu schnell zu hoch gestiegen. Das lässt sich am sogenannten „Relative-Stärke-Index“ (RSI) ablesen. Werte oberhalb von 70 gelten als überkauft, beim deutschen Leitindex steht dieser Wert mittlerweile bei 79, beim japanischen Nikkei 225 sogar bei 82. Japans wichtigster Aktienindex durchbrach am Montag zum ersten Mal die 40.000-Punkte-Marke und beendete mit einem Rekordschlusskurs von 40.109 Zählern den Handel.

Warnsignal seitens der Volatilität

Auffallend ist auch die Entwicklung bei der impliziten Volatilität, ablesbar am VDax. Damit wird die Schwankungsbreite bezeichnet, die von den Terminmarktprofis in den kommenden 30 Tagen erwartet wird. Dieser Wert berechnet sich anhand der gekauften Call- und Put-Optionen an der Frankfurter Terminbörse Eurex.

Dabei gilt: Je höher dieser Wert, desto höhere Schwankungen erwarten die Profis. Obwohl der Dax in der vergangenen Handelswoche an jedem Handelstag gestiegen ist, hat der VDax im Wochenverlauf leicht zugelegt. Normalerweise sinkt die Volatilität bei steigenden Kursen. „Steigende Volatilität bei steigenden Kursen war in der Vergangenheit schon häufig ein zuverlässiger Frühwarn-Indikator vor einer Trendwende“, erläutert Altmann.

Börsenmonat März gilt als schwierig

Selbst wenn es im Börsenmonat März zu einer größeren Konsolidierung kommen sollte, der mittelfristige Aufwärtstrend ist stabil. Nach Beobachtungen des Börsenexperten Anton Riedel notieren drei Viertel der 40 Dax-Aktien oberhalb der 200-Tage-Linie, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird. „Am langfristig stabilen Trend sollte sich bis auf Weiteres nichts ändern – selbst wenn der Dax in einer Korrektur im Frühjahr noch einmal in den Bereich 17.000 bis 16.500 Punkte abtauchen sollte“, meint Riedl.

Der März ist ohnehin ein tückischer Monat. Zwar steigen die Kurse laut der Dax-Historie um knapp ein Prozent, allerdings gaben die Notierungen fast in jedem zweiten Jahr nach.

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Anleger glauben nicht mehr an weiter steigende Kurse

Dass der März dennoch im Schnitt ein deutliches Plus aufweist, liegt an den positiven Ausreißern: 1990, 1998, 2010 und 2021 stieg der Kurs jeweils um acht Prozent und mehr. Allerdings waren diese vier Jahre drei Mal sehr ungewöhnlich.

1998 beispielsweise lag der Leitindex Ende Februar mehr als zehn Prozent im Plus, stieg im März um weitere acht Prozent. Ende Juli notiert das Börsenbarometer knapp 50 Prozent im Plus. Umgerechnet auf das Jahr 2024 würde das Notierungen von über 25.000 Punkten bedeuten.

Das zeigt zum einen, wie stark die Kurse laut der Historie im Extremfall steigen können. Und zum anderen, was nach solch einer Rally folgen könnte: Anfang Oktober war der Dax 1998 vom Jahreshoch gerechnet 55 Prozent abgerutscht.

Bitcoin klettert über die Marke von 66.000 Dollar

Der Bitcoin erreichte am Montag ein Zwei-Jahres-Hoch und konnte die Marke von 66.000 Dollar überwinden. Das Rekordhoch der Cyberdevise liegt bei 68.789 Dollar und wurde im November 2021 aufgestellt.

Die größte Kryptowährung nach Marktwert hat in diesem Jahr um 50 Prozent zugelegt, wobei der Großteil des Anstiegs in den vergangenen Wochen geschah, weil das Handelsvolumen der in den USA notierten Bitcoin-ETFs stark gestiegen ist. Die Einführung öffnete den Weg für neue Großanleger und hat den Enthusiasmus und die Dynamik wieder angefacht, die an die Rekordstände von 2021 erinnern.

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„Die Zuflüsse reißen nicht ab, da die Anleger umso zuversichtlicher sind, je höher der Preis zu steigen scheint“, sagte Markus Thielen, Leiter der Forschungsabteilung des Krypto-Analysehauses 10x Research in Singapur, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Laut Brent Donnelly, Händler und Präsident beim Analyseunternehmen Spectra Markets, befindet sich der Markt in einer ähnlichen Phase wie 2021, in der alles nach oben ging und alle Anleger profitierten.

Blick auf Einzelwerte

Nordex: Die Bank Santander hob die Bewertung der Aktie des Windkraftanlagenbauers auf „outperform“ an und sieht ein Aufwärtspotenzial für das Papier von 40 Prozent. Die Nordex-Anteilsscheine kletterten um 1,8 Prozent nach oben.

Evonik: Der Essener Konzern plant, 2000 Arbeitsplätze bis 2026 zu streichen. Damit reagiert Evonik auf die Krise in der Chemiebranche. Der MDax-Konzern teilt mit, er erwarte „keine echte konjunkturelle Erholung“ für 2024. Diese Nachricht ließ den Aktienkurs am Montag um bis zu ein Prozent steigen.

Delivery Hero: Der Essenslieferdienst kündigte eine Finanzierungstransaktion zur Optimierung der Kapitalstruktur an. Er will Kredite über weitere 500 Millionen Euro aufnehmen. Mindestens 300 Millionen Euro davon will das MDax-Unternehmen nutzen, um Wandelanleihen zurückzukaufen, die 2025 und 2026 auslaufen. Zwischenzeitlich stieg der Kurs der Aktie am Montag deutlich. Zum Handelsende lag sie aber nur noch 0,3 Prozent im Plus. Das Papier lag in diesem Jahr zwischenzeitlich 30 Prozent im Minus gegenüber dem Kurs am 2. Januar.

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Henkel: Die Aktie gab bis zu 4,5 Prozent nach, nachdem das Düsseldorfer Unternehmen Zahlen für das Geschäftsjahr 2023 vorgelegt hat. Henkel peilt durch einen Konzernumbau eine höhere Marge an. Zum Handelsende lag das Minus bei zwei Prozent.

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