Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: US-Börsen schließen vor Fed-Protokollen und Nvidia-Zahlen kaum verändert
New York. In Erwartung wichtiger Termine zur Wochenmitte waren die Anleger an der Wall Street am Dienstag nach Pfingsten zurückhaltend unterwegs. Alle drei Indizes legten etwa 0,2 Prozent zu. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss damit bei 39.872 Punkten, der breiter gefasste S&P 500 bei 5321 und der Index der Technologiebörse Nasdaq bei 16.832 Stellen.
In den vergangenen Tagen deuteten wiederholt Vertreter der US-Notenbank an, dass es mit der ersten Zinssenkung noch etwas dauern könnte. Damit haben sie die zuletzt neu entflammten Zinshoffnungen nach einem Rückgang der US-Inflation gedämpft.
„Die Geldpolitik nähert sich eindeutig einem Wendepunkt, aber der Zeitpunkt bleibt offen“, sagte Bill Northey, Manager bei U.S. Bank Wealth Management. „Die Anleger werden weiterhin alle Mitteilungen der Fed zergliedern, um eine Ahnung zu bekommen, wann die erste Zinssenkung erfolgen wird.“
Weitere Hinweise, ob eine Lockerung der Geldpolitik in den USA bereits im Herbst kommen könnte, erhoffen sich Börsianer aus den Protokollen der letzten Fed-Sitzung. Die Veröffentlichung der Mitschriften ist für Mittwoch geplant.
Dollar vor Fed-Protokollen etwas fester
US-Anleger warten zudem mit Spannung auf die Quartalszahlen des Chipherstellers Nvidia, die ebenfalls zur Wochenmitte anstehen. Die meisten Analysten waren sich einig, dass der Spezialist im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) Zahlen deutlich über den Prognosen vorlegen muss, um bei Anlegern zu punkten.
Der Boom rund um die neue Technologie hat die Nvidia-Aktie allein seit Anfang 2024 von rund 480 auf rund 950 Dollar getrieben. „Die Anleger werden in Nvidias Prognose nach sehr mutigen Zahlen Ausschau halten, die ihnen das Gefühl geben, dass die Aktie ihren Aufwärtstrend fortsetzen könnte“, sagte etwa Rick Meckler von Cherry Lane Investents.
Am Ölmarkt ging es wegen der gedämpften Zinshoffnungen bergab. Das Nordseeöl Brent und das US-Öl WTI verbilligten sich jeweils um knapp ein Prozent auf 82,89 beziehungsweise 79,26 Dollar je Fass (159 Liter). Anleger fürchten, dass die aktuell hohen Zinsen der Konjunktur und damit auch der Öl-Nachfrage schaden.
Der Dollar-Index lag im Vorfeld der Veröffentlichung der Fed-Protokolle mit 104,63 Stellen 0,1 Prozent im Plus. Der Euro notierte mit 1,0853 Dollar kaum verändert.
Am Kryptomarkt verliehen Spekulationen auf die Zulassung eines in den USA notierten börsengehandelten Spot-Ethereum-Fonds (ETFs) der Cyber-Devise Rückenwind. Mit einem Aufschlag von 6,7 Prozent auf rund 3736 Dollar lag sie auf dem höchsten Stand seit Mitte März.
Blick auf die Einzelwerte
Macy's: Die Anleger griffen auch bei Macy's zu. Die Papiere der traditionsreichen US-Kaufhauskette legten nach einer Erhöhung der Jahresprognose um 5,1 Prozent zu.
Peloton: Bei den Einzelwerten geriet die Aktie des US-Heimtrainer-Anbieters Peloton mit einem Minus von 16,4 Prozent unter Druck. Die Pläne des kriselnden New Yorker Unternehmens, seine Schulden zu refinanzieren, kamen bei den Anlegern nicht gut an.
Lowe's: Eine pessimistische Prognose schickte auch die Aktie der US-Bauhauskette Lowe's auf Talfahrt. Die Titel gaben knapp 4,3 Prozent nach. Das Unternehmen erwartet im zweiten Quartal Druck auf die operativen Margen angesichts mauer Nachfrage.
Nikola: Gefragt waren dagegen die Aktien des US-Elektro-Lkw-Herstellers Nikola, die um 2,1 Prozent vorrückten. Das Unternehmen kann bei den Anlegern mit einem neuen Auftrag punkten. Das Speditionsunternehmen AiLO Logistics habe mehr als 100 Nikola-Fahrzeuge bestellt, teilte der Hersteller mit.