Fondsgeschäft: Deutsche-Börse-Chef Weimer prüft den nächsten Milliarden-Deal
Die Handelsüberwachungsstelle, die in der Börsenzentrale in Eschborn bei Frankfurt angesiedelt ist, fand bei einer Analyse der Wirecard-Aktie Anfang 2019 keine Hinweise auf Marktmanipulation oder Insiderhandel.
Foto: dpaFrankfurt. Theodor Weimer hat noch lange nicht genug. Erst vor einem Monat verkündete der Vorstandschefchef der Deutschen Börse die 1,5 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Stimmrechtsberaters ISS. Nun erwägt der langjährige Investmentbanker einen milliardenschweren Zukauf im Fondsgeschäft.
Deutschlands größter Börsenbetreiber nehme die zum Verkauf stehenden Fondsverwaltungsplattform Allfunds unter die Lupe, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt. Ob der Dax-Konzern am Ende tatsächlich zuschlage, sei jedoch höchst ungewiss.
Allfunds gehört mehrheitlich dem Finanzinvestor Hellman & Friedman, der aktuell einen Börsengang und alternativ einen Verkauf des in Madrid ansässigen Unternehmens prüft. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, die zuerst über das Thema berichtete, strebt Hellman & Friedman dabei eine Bewertung von Allfunds von sieben bis zehn Milliarden Euro an.
Eine Sprecherin der Deutschen Börse wollte sich zu Allfunds nicht äußern. Sie betonte jedoch: „Wir schauen uns grundsätzlich jedes interessante Akquisitionsobjekt an.“
Einige mit dem Prozess vertraute Personen halten eine Bewertung von zehn Milliarden Euro für Allfunds allerdings für deutlich zu hochgegriffen, zumal das Unternehmen aus eigener Kraft kaum noch wachse. Nichtsdestotrotz würde die Plattform strategisch gut zum Frankfurter Konzern passen, betont ein Beteiligter. „Wenn ein solches Asset auf den Markt kommt, wäre es fahrlässig, wenn die Deutsche Börse es sich nicht anschauen würde.“