Prozess: Wende im Libor-Skandal – Hauptbeschuldigter wird entlastet
Der 45-jährige Hayes galt lange als Hauptbeschuldigter im sogenannten Libor-Skandal, der vor 13 Jahren den Finanzplatz London erschütterte. Das Kürzel „Libor“ steht für die „London Inter-Bank Offered Rate“.
Der Zinssatz bestimmte jahrzehntelang nicht nur die Kreditkosten zwischen den Banken, sondern diente auch als Referenzwert für andere Kreditprodukte mit einem globalen Volumen von 350 Billionen Dollar.
2012 wurden Vorwürfe der Manipulation erhoben. Demnach hätten 25 Händler von mindestens zehn Banken, die damals täglich durch ihre Zinsprognosen den Libor-Satz fixierten, versucht, den Zinssatz zu ihren Gunsten zu manipulieren. Ähnliche Vorwürfe gab es auch mit Blick auf den Euribor – das europäische Pendant zum Libor.
Inzwischen wurden die Verfahren für die Festlegung der Referenzzinssätze geändert. Die an dem Skandal beteiligten Banken, darunter renommierte Namen wie Deutsche Bank, UBS, JP Morgan, Citigroup und Barclays, zahlten danach Strafen von zusammen fast zehn Milliarden Dollar.