Vorteile und Alternativen: Was Sie zur Altersvorsorge durch Pensionskassen wissen müssen
Die Niedrigzinsphase erschwert es Pensionskassen, die vor Jahren zugesagten vergleichsweise hohen Zinsversprechen zu erwirtschaften.
Foto: dpaFrankfurt. Die Altersvorsorge über den Arbeitgeber kann Vorteile haben. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
Kann ich als Arbeitnehmer in jede Pensionskasse?
Nein, die Pensionskasse bestimmt der Arbeitgeber. Deswegen haben Chemiekonzerne wie BASF, Bayer oder Höchst eigene Pensionskassen. Daneben gibt es Einrichtungen, die von einer Branche abhängig sind, beispielsweise Banken, Bau oder Steuerberater.
Wo liegen die Vorteile einer Pensionskasse?
Letztlich ist es die Macht der Gruppe, die die Altersvorsorge in einer solchen Einrichtung attraktiv macht. Per Gruppentarif erhalten Versicherte günstigere Konditionen, als wenn sie allein eine Lebensversicherung abschließen. Zudem übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Zahlungen.
Was sind die Alternativen zu Pensionskassen?
Daneben gibt es vier weitere Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge. Bei der Direktversicherung handelt es sich um eine Lebensversicherung, bei der der Arbeitgeber Versicherungsnehmer ist und diese auf das Leben des Arbeitnehmers abschließt. Pensionsfonds sind Pensionskassen vergleichbar, allerdings ist der Aktienanteil höher, die Rendite in der Regel ebenso, dazu sind die Kosten geringer. Allerdings sind die garantierten Leistungen niedriger, und das Risiko ist höher.
Unterstützungskassen sind als älteste Form der betrieblichen Altersvorsorge in der Rechtsform einer GmbH, eines eingetragenen Vereins oder einer Stiftung organisiert und unterliegen nicht der Versicherungsaufsicht. Sie können das Vermögen ohne Einschränkungen anlegen, garantieren aber keine Leistungen. Unter einer Direktzusage versteht man eine direkte Versorgungsleistung des Arbeitgebers.
Gibt es Unterschiede innerhalb der einzelnen Pensionskassen?
Von den insgesamt 136 Pensionskassen in Deutschland sind nur 22 in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft organisiert. Meist sind das Töchter börsennotierter Konzerne, die erst in diesem Jahrtausend gegründet wurden. 114 Pensionsfonds sind in der Rechtsform des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit (VVAG) organisiert. Hier sind die Versicherten Mitglieder und Träger.
Wo ist der Unterschied, wenn meine Kasse in finanzielle Schwierigkeiten gerät?
Die Pensionskassen in der Rechtsform einer AG gehören bis auf eine der Sicherungseinrichtung Protektor an, die auch Lebensversicherer bei finanziellen Schwierigkeiten absichert. Anders ist es bei den vielen VVAGs. Hier können bei finanziellen Schwierigkeiten die Leistungen gekürzt und/oder die Beiträge erhöht werden. Generell gilt die Regel: Kann die Kasse ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, muss der Arbeitgeber zahlen. Diesen Anspruch muss der Arbeitnehmer aber zivilrechtlich durchfechten.
Was bedeutet der Verkauf einer Pensionskasse an eine Abwicklungsgesellschaft?
Diesen Fall gab es zuletzt zweimal, bei der Pro bAV und der Prudentia. Beide gingen an den Abwickler Frankfurter Leben, der schon Altbestände an Lebensversicherungen von Arag und Basler übernommen hat. Ein Kunde darf durch den Verkauf nicht benachteiligt werden. Die Börsenaufsicht Bafin wacht darüber, bei Beschwerden kann der Versicherungsombudsmann in Berlin angerufen werden.