Psychologie: Drei Gründe, warum Geld nicht glücklich macht – und eine Ausnahme
Frankfurt. Eigentlich müsste es uns blendend gehen: Wir Menschen haben heute so viel Wohlstand und Gesundheit erlangt wie nie zuvor in der Geschichte. In der westlichen Welt leben wir länger, sicherer, bequemer. 2024 sind die Reallöhne in Deutschland um 3,1 Prozent gestiegen – so stark wie seit 16 Jahren nicht.
Doch trotz der Wohlfahrtszuwächse bleibt die Stimmung im Land trüb. Mehr als jeder dritte Erwachsene in Deutschland ist laut „Axa Mental Health Report 2025“ psychisch erkrankt. Das sind mehr als 20 Millionen Menschen. Und schon seit den 1970er-Jahren zeigen Umfragen, dass mehr Geld uns nicht zwingend glücklicher macht. Psychologen sprechen vom „Glücksplateau“, Ökonomen vom „Easterlin-Paradox“.
So besagt das wohl bekannteste Konzept der ökonomischen Glücksforschung: Ein steigendes Bruttoinlandsprodukt korreliert mit einem höheren Glücksgefühl. Deshalb sind Menschen in reicheren Ländern im Schnitt zufriedener als in sehr armen. Und auch innerhalb eines Landes sind reiche Menschen im Schnitt glücklicher als ärmere.
Aber: Betrachtet man nun ein einzelnes Land über längere Zeit, steigt das Durchschnittsglück kaum – obwohl Einkommen und Wohlstand stark wachsen. Mehr Geld macht Individuen also kurzfristig glücklicher – steigender Wohlstand führt indes nicht zu mehr kollektiver Zufriedenheit.