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Warren BuffettBuffetts Abschiedsinterview – wie der Starinvestor über seinen Nachfolger denkt

Der Starinvestor hat zum Jahreswechsel die Führung seines Konzerns an Greg Abel übergeben. Im TV-Sender CNBC erklärt Buffett, warum er bis zuletzt nach großen Deals gesucht hat.Astrid Dörner 14.01.2026 - 04:01 Uhr Artikel anhören
Warren Buffett: Übergab den CEO-Posten an Greg Abel. Foto: REUTERS

Denver. Warren Buffett ist mit sich im Reinen. Zehn Tage nachdem Warren Buffett im Mai seinen Rücktritt von der Spitze von Berkshire Hathaway angekündigt hat, wirkt der 95-Jährige im Abschiedsinterview mit CNBC gelassen. Schon „vor ein paar Jahren“ habe er gemerkt, dass sich Dinge verändern, so Buffett gegenüber dem US-Börsensender CNBC. Er könne das Gleichgewicht nicht mehr so gut halten. „Meine Stimme hat sich auch verändert“, daher sei ihm klar geworden, dass er alt werde und den CEO-Posten räumen müsste.

60 Jahre lang war Buffett Vorstandschef von Berkshire Hathaway. Über die Jahrzehnte hat er den einstigen Textilkonzern zu Amerikas größtem Konglomerat ausgebaut und sich einen Ruf als Starinvestor gemacht.

Zu dem Konzern mit Sitz in Omaha, Nebraska, gehören unter anderem eine Energie- und eine Versicherungssparte, Dutzende kleine und mittelständische Unternehmen und ein rund 250 Milliarden Dollar schweres Aktienportfolio. Die Barreserven liegen bei 386,1 Milliarden Dollar – ein neuer Rekord, nachdem Buffett in den vergangenen Jahren große Positionen in Apple und Bank of America verkauft hat. Die Marktkapitalisierung von Berkshire Hathaway liegt bei 1,1 Billionen Dollar.

Greg Abel stand schon lange als CEO bereit

Schon seit vielen Jahren ist klar, dass Greg Abel Buffett als CEO nachfolgen soll. Schließlich ist Buffett schon lange der älteste Vorstandschef an der Spitze eines großen US-Konzerns und wollte für den Ernstfall vorbereitet sein.

Buffett war CEO, Verwaltungsratschef und Investmentchef in Personalunion. Den Verwaltungsrat wird er weiterführen. Das Aktienportfolio wird von dem langjährigen Investmentmanager Ted Weschler geleitet. Abel ist nun Vorstandschef. Seit 26 Jahren arbeitet er bereits für Berkshire und führte lange die Energiesparte Berkshire Energy. Später verantwortete er das gesamte operative Geschäft außerhalb der Versicherungen.

Greg Abel ist der neue CEO von Berkshire Hathaway. Foto: REUTERS

Buffett gefällt vor allem Abels Bodenständigkeit. „Er führt ein scheinbar ganz normales Leben“, obwohl er ein Unternehmen mit 400.000 Mitarbeitern leite, das „eine bessere Chance hat, in hundert Jahren noch zu existieren, als jedes andere Unternehmen, das mir einfällt“, so Buffett. Abel „bekommt deutlich mehr geschafft in einer Woche als ich in einem Monat.“

Da Buffett den überwiegenden Teil seines Vermögens in Berkshire-Aktien hält, sei Abel damit auch quasi zu seinem Vermögensverwalter geworden. Für den Starinvestor ist das eine gute Nachricht. „Mir ist lieber, dass Greg mein Geld verwaltet, als jeder andere Top-Investmentberater oder jeder andere CEO in den USA“, betonte Buffett.

Auch nach dem Rückzug vom CEO-Posten will Buffett täglich im Büro präsent bleiben. Bis zuletzt hat er nach einem großen Übernahmeziel für Berkshire gesucht.

Schon seit vielen Jahren will er Unternehmen kaufen, um die hohen Cash-Reserven gewinnbringend einzusetzen – allerdings ist Buffett nicht bereit, hohe Preise zu zahlen. „Wenn ich mir den Aktienmarkt ansehe, wenn ich mir Unternehmen in einer Größenordnung ansehe, die für unser Gesamtergebnis einen Unterschied machen würden, dann sehe ich nichts. Wir haben ein oder zwei Dinge gekauft, aber das sind Peanuts. Dabei wäre ich bereit, noch heute Nachmittag 100 Milliarden Dollar auszugeben“, so Buffett. Doch schon lange sind ihm die Bewertungen von Unternehmen und Aktien zu hoch. Buffett kauft nur, wenn der Preis für ihn stimmt.

„Ich hätte lieber 100 Milliarden Dollar und ein wirklich gutes Unternehmen zu einem vernünftigen Preis, als 100 Milliarden Dollar in bar“, sagte er. Natürlich seien Barreserven nötig, „aber Cash ist kein guter Vermögenswert.“

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Auch über Berkshire hinaus hat Buffett seine Nachfolge geregelt. Buffetts Vermögen liegt bei 150 Milliarden Dollar, wie aus Daten des Milliardärs-Index von Bloomberg hervorgeht. Damit ist er zu einem der vermögendsten Menschen der Welt geworden. Sein Nachlass soll eines Tages von seinen beiden Kindern Susan und Howard verwaltet werden. Sein jüngster Sohn Peter sollte ursprünglich auch dabei sein, entschied sich dann jedoch gegen diese Aufgabe, wie er gegenüber CNBC erklärte. Wie sein Vater darauf reagiert habe? Mit Humor, so Peter Buffett. „Er sagte: ‚Ich kann das gut verstehen.'"

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