Wirecard-Skandal: Villa in Moskauer Nobelvorort: In dieses Luxusviertel flüchtete Jan Marsalek
In den Ort nahe Moskau flüchtete Jan Marsalek vor den deutschen Strafverfolgern.
Foto: PRDüsseldorf. Jan Marsalek blieb sich treu. Am 19. Juni 2020 tauchte der ehemalige Vorstand der Wirecard AG unter, seit eineinhalb Jahren prangt sein Bild auf Fahndungsplakaten von Interpol. Doch auch wenn ihn die Ermittler nicht finden konnten, so ist offenbar klar, wo der lebenslustige Marsalek sich versteckt: mitten in Europas teuerstem Landstrich.
Von dem Moskauer Nobelvorort Razdory sind es keine zehn Kilometer bis zum Anwesen Nowo Ogarjowo, dem Prachtbau von Wladimir Putin. Wenn der russische Präsident mit seiner Fahrzeugkolonne auf einer eigens für ihn gesperrten Chaussee Richtung Kreml rauschte, trennten ihn und Marsalek wenige Hundert Meter Luftlinie.
Marselek, so viel scheint festzustehen, kommt nicht mehr zurück. Wirecard brach am 18. Juni 2020 zusammen. Der Dax-Konzern musste einräumen, dass 1,9 Milliarden Euro fehlten. Weil sie dort fehlten, wo Jan Marsalek verantwortlich war, gilt der Österreicher als schwer verdächtig. Das Handelsblatt berichtete wenige Wochen nach seiner Flucht, dass sich der Ex-Vorstandschef von Wirecard nach Moskau abgesetzt hat. Russische Geheimdienstler hätten ihn auf einem Anwesen westlich des Stadtzentrums untergebracht.