Autoritärer Führungsstil: So nutzen Sie Aggression als Chef positiv
Aggression gilt als negativ besetzter Begriff. Wer jedoch als Führungskraft respektiert werden will, der muss sich in manchen Momenten auch aggressiv für seine Position einsetzen, sagt der Konfliktexperte Jens Weidner.
Foto: E+/Getty ImagesDüsseldorf. Die Gerüchte begannen kurz vor dem Aufstieg einer hochqualifizierten Managerin in den Vorstand. Gestreut wurden sie von Kollegen – gezielt, um ihr Image zu ruinieren. Es sind Situationen wie diese, in denen sich Führungskräfte an Jens Weidner von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg wenden. Der Kriminologe hat lange die Strukturen amerikanischer Gangs erforscht. Als Managementberater erklärt der Professor nun Führungskräften, wann die Grenze der eigenen Nettigkeit erreicht ist – und es Zeit für härtere Bandagen wird.
„Ohne eine gewisse Portion Aggression sind Führungskräfte immer im Risiko, von anderen übervorteilt zu werden“, sagt Weidner. Der Managerin riet er, sich zu wehren. Frauenfeindliche Angriffe müsse sie intern als solche benennen – und so zum Bumerang für die Angreifer zu machen.
Aggression ist in deutschen Managementetagen ein negativ besetzter Begriff. Oft assoziiert man damit den brüllenden Chef, den Choleriker oder jemanden, der sich nicht im Griff hat. Weidner setzt dagegen den Begriff der positiven Aggression. Seine These: Wer respektiert werden will, der muss sich in entscheidenden Momenten auch aggressiv für seine Positionen einsetzen.