Digitalisierung: Der Personio-Kult: HR-Techs boomen trotz steigender Zinsen
Digitale Geschäftsmodelle für HR-Prozesse boomen.
Foto: HandelsblattDüsseldorf, Berlin. Seit Kurzem ist Jordi Romero offiziell Chef eines Einhorns. Vergangene Woche hat sein Jungunternehmen Factorial die Bewertungsschwelle von einer Milliarde Euro überschritten. Das Start-up aus Barcelona hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen, ihre HR-Prozesse zu digitalisieren.
„Ein Riesenmarkt“, sagt der Gründer dem Handelsblatt. Da stört es offenbar wenig, dass die Firma in den sechs Jahren seit ihrer Gründung noch nie Gewinne geschrieben hat. „Wir wollen so lange wachsen, wie es nur geht“, sagt Romero, der allein in diesem Jahr 500 Mitarbeiter angestellt hat und bald auch den deutschen Markt erobern will. Finanziert von einem knappen Dutzend Investoren.
Technologieunternehmen im Personalbereich, sogenannte HR- und Edu-Techs, liegen derzeit im Trend bei Wagniskapitalgebern – trotz Krieg, Corona, Inflation und Rezessionsängsten. Selbst die steigenden Zinsen halten die Investoren offenbar nicht davon ab, in den Bereich zu investieren – und das, obwohl Start-ups mit anderen Geschäftsmodellen durchaus mit Anschlussfinanzierungen hadern.
Allein im ersten Halbjahr 2022 flossen laut den Marktbeobachtern von Work Tech weltweit mehr als neun Milliarden US-Dollar Risikokapital in den HR-Sektor – fast fünfmal so viel wie noch zwei Jahre zuvor.