Gastronomie und Events: Gastronomie, Luftfahrt, Events – vielen Corona-geschädigten Branchen geht das Personal aus
In der Gastronomie fehlt das Service-Personal.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die Sprüche waren offensiv, der Konter auch. Mit Sätzen wie „Bar war gestern“ oder „Freu dich auf einen sicheren Job“ warb die Supermarktkette Lidl im letzten Lockdown auf den Social-Media-Kanälen um Mitarbeiter aus der Gastronomie.
Der Shitstorm folgte prompt. „Unsensibler geht es nicht!“, konterte eine Initiative von Restaurantbetreibern, Hoteliers und Veranstaltern in den sozialen Netzwerken – und rief zum Boykott gegen Lidl auf. Der Händler nahm daraufhin die Job-Kampagne aus dem Netz.
Das Beispiel zeigt, mit welch harten Bandagen in der Krise um Deutschlands Service- und Aushilfskräfte gekämpft wird. Blieb im Lockdown vielen geringfügig Beschäftigten nur die Möglichkeit, auf Jobs außerhalb ihrer Branche umzusatteln, wird aktuell in Bereichen wie Gastronomie, Hotellerie, Tourismus oder der Veranstaltungsbranche händeringend Personal gesucht.
Vereinfacht lässt sich das Problem so zusammenfassen: Die Kunden sind da, aber die Mitarbeiter nicht. Deutschlands Unternehmen droht ein nie da gewesenes Service-Desaster.
Dabei erholen sich viele krisengebeutelte Branchen derzeit im Eiltempo. Nicht nur die Arbeitslosigkeit sinkt, auch die Zahl der offenen Stellen steigt. Laut der Jobplattform Indeed gibt es allein bei Reinigungsdiensten 70 Prozent mehr Stelleninserate als vor Corona. Auch in der Gastronomie, dem Hotelgewerbe und im Tourismus sind aktuell mehr Inserate online als noch vor Ausbruch der Krise.