Reinhard Sprenger: „Wir brauchen keine raumfüllenden Führungskräfte“
Düsseldorf. Herr Sprenger, wir hören aus immer mehr Konzernen, dass an mehr Präsenz, einer härteren Leistungskultur, klareren Hierarchien gearbeitet wird. Ist New Work, also das Versprechen einer flexiblen und agilen Arbeitswelt, schon wieder am Ende?
Unternehmen waren schon immer Pendelveranstaltungen.
Das heißt?
Die Umwelten der Unternehmen verändern sich permanent. Da ist es klug, immer neu zu balancieren. Etwa zwischen Zentral und Dezentral, Global und Lokal. Dieses Oszillieren sichert die Elastizität des Unternehmens. Manche Unternehmen machen auch nur Moden mit – insbesondere wenn sie von Managern geführt werden und nicht von Eigentümern. Wenn man es bei diesem Pendeln zu weit treibt, bekommt man von den Märkten eins auf die Nase – und dann schwingt das Pendel wieder zurück.
Wollen Sie damit sagen, dass es die Unternehmen mit der New-Work-Kultur übertrieben haben und jetzt wieder straffe Führung gefragt ist?
Mehr Freiraum für das Individuum, agiler sein, das ist ja alles nicht falsch. Aber das funktioniert vor allem bei Sonnenschein. Sobald es regnet, kommen doch wieder die nützlichen Seiten der Hierarchien zum Tragen.