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Start-up Der Weg des Möbel-Onlineshops Westwing zum Erfolg

In nur sieben Jahren hat das Start-up eine Basis von 900.000 Kunden aufgebaut. Kreativität, Inspiration und Arbeitsteilung waren dafür unerlässlich.
30.08.2018 - 14:55 Uhr Kommentieren
Start-up Westwing: Der Weg des Möbel-Onlineshops Quelle: obs
Westwing

Im Bereich Home & Living setzt das Unternehmen auf interaktive Apps und eine starke Kundenbindung.

(Foto: obs)

München Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, auch bei Tieren. Lola, eine dreijährige französische Bulldogge, liegt in ihrem Körbchen und schnarcht. „Ja, die Frenchies sind nicht gerade majestätische Tiere“, sagt Delia Fischer. „Aber sie sind super Hunde fürs Büro: Sie sind freundlich und schlafen viel. Wir können hier ja schlecht einen Rottweiler halten.“ Auch ihren Mitgründer Stefan Smalla, der zwei Türen weiter sitzt, hat sie überzeugt, sich für einen Artgenossen derselben Rasse zu begeistern.

27 Hunde und 500 Mitarbeiter haben Platz auf den zwei Stockwerken der Westwing-Zentrale in München. Fischer startete die Firma im April 2011 mit Smalla und drei weiteren Mitstreitern. Die E-Commerce-Plattform für Wohnaccessoires und Möbel beschäftigt weltweit rund 1.100 Mitarbeiter und zählt 900.000 Kunden in elf Ländern, wobei der Fokus künftig auf Europa liegen soll.

Schwierige Namensfindung

In den Anfangsjahren stand das Hauptquartier noch im Westend, worauf auch der Name zurückgeht. Eigentlich wollte die 34-Jährige ihr Unternehmen Portobello Home nennen, nach dem bekannten Londoner Antiquitätenmarkt. Aber das ging aus markenrechtlichen Gründen nicht.

So fügte sie nach langer Grübelei zu nächtlicher Stunde dem „West“ von „Westend“ kurzerhand ein „Wings“ an; in Assoziation an den Westflügel eines Herrenhauses oder Schlosses, in dem die Sonne durch die großen Fenster scheint.

Jeden Tag um acht Uhr früh verschickt Westwing einen Newsletter mit Angebotsaktionen: zu bestimmten Marken – von Artemide über Iittala bis Rösle – oder zu speziellen Themen wie „Downtown New York“, „Beach House“ oder „American Diner“. Der Verkauf der Produkte läuft nur wenige Tage. Wesentlicher Treiber zur Inspiration ist ein Online-Magazin mit Homestorys, Trendgeschichten, Wohnideen und Rezepten.

Die meisten Kundinnen, neun von zehn sind Frauen, kommen laut Westwing im Schnitt mehr als 100-mal pro Jahr auf die Webseite. Der typische männliche Käufer ist eher homo- als heterosexuell. Darauf ist Fischer sehr stolz, denn „schwule Männer sind extrem stilvolle Männer“.

Die Rabatte, angeblich bis zu 70 Prozent, sind möglich, weil die Firma hohe Lagerkosten vermeidet. Viele Hersteller liefern erst, wenn der „Kaufen“-Button geklickt wird. Im vergangenen Jahr steigerte Westwing den Umsatz im europäischen Kerngeschäft um 7,3 Prozent auf 220 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen lag bei minus zwei Millionen Euro (2016: minus sechs).

Zur Bewertung möchte Westwing nichts sagen. 2015 lag sie laut Anteilseigner Rocket Internet bei 449,2 Millionen Euro.

Strikte Arbeitsteilung

Bei Westwing herrscht strikte Arbeitsteilung: Für den Newsletter und das Online-Magazin trägt die ehemalige „Elle“-Redakteurin Fischer die Verantwortung, für das Tagesgeschäft Betriebswirt Smalla. Einmal pro Woche haben beide einen Jour fixe, um sich über wichtige Themen auszutauschen. „Ich verstehe immer mehr von Zahlen, Stefan immer mehr von Einrichtung“, sagt sie.

Fischer wuchs in Löpsingen auf, einem Stadtteil von Nördlingen im schwäbischen Landkreis Donau-Ries in Bayern. Ihr Vater ist pensionierter Polizist. Ihre Mutter und ihre sechs Jahre jüngere Schwester Jana arbeiten beide bei Westwing. Das funktioniere gut, beteuert Fischer, weil das Vertrauensverhältnis innerhalb der Familie eben doch besonders sei. „Aber wir laufen uns auch nicht jeden Tag im Unternehmen über den Weg.“

Bei Ikea war sie zuletzt vor acht Jahren. „Ich finde, es ist ein tolles Unternehmen, aber ich würde etwas falsch machen, wenn ich mich von Ikea inspirieren lassen würde“, sagt sie. Feedback bekommt sie eigentlich überall, wo sie hinkommt. Ob beruflich unterwegs auf einer Messe oder privat auf einer Hochzeit, erst einmal geht es immer um Westwing. Wobei es durchaus mehr Kritik geben könnte, findet Fischer. „Am meisten hilft es ja, wenn einer sagt, was ihm nicht gefällt oder was mal schiefgelaufen ist.“

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