Gastbeitrag: Die Mittelschicht muss sich ab 2020 auf schwere Zeiten einstellen
Nicht alle Fachkräfte sind für die digitalisierte Welt qualifiziert.
Foto: dpaKünstliche Intelligenz, humanoide Roboter, selbstfahrende Autos – auf die Wirtschaft rollt eine gigantische Technologisierungswelle zu. Die bereits stark automatisierten Fabriken erfahren durch selbstlernende Maschinen ein weiteres Upgrade. Logistik und Transport profitieren von autonomen Fahrzeugen. Und durch die Hilfe von Cobots werden körperlich anstrengende Tätigkeiten in Krankenpflege oder Gastgewerbe leichter.
So werden digitale Technologien die Arbeitsproduktivität bis 2030 im Schnitt um 30 Prozent erhöhen.
Die tiefgreifenden Veränderungen im Produktions- und Dienstleistungssektor werden in den kommenden 10 bis 15 Jahren gewaltige gesellschaftliche Turbulenzen auslösen. Denn der Strukturwandel durch die Digitalisierung führt ebenso wie die alternde Bevölkerung zu dramatischen Verwerfungen am Arbeitsmarkt.
In der Folge wird die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in den Industriestaaten weiter zunehmen. Wenn die Mittelschicht – das Fundament demokratischer Gesellschaften – erodiert, ist davon auszugehen, dass die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen vielerorts deutlich instabiler werden.
Um im Zuge des technologischen Fortschritts nicht ins Hintertreffen zu geraten, müssen Firmenlenker ihre Unternehmen grundlegend modernisieren und gleichzeitig die heiß umkämpften Digitalexperten an sich binden. Auch sollten sie sich darauf einstellen, dass Regierungen mit staatlichen Eingriffen auf gesellschaftliche Friktionen reagieren. Nicht zuletzt wird sich das Konsumverhalten großer Bevölkerungsgruppen verändern, woran es sich anzupassen gilt.