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KommentarDer Energie-Deal mit den USA ist eine Gefahr für die EU

Das abgelaufene Jahr zeigt: Die europäischen Länder dürften es nicht schaffen, die versprochenen Energiemengen aus den USA zu importieren. Das verschafft dem Weißen Haus ein Druckmittel.Catiana Krapp 08.01.2026 - 15:07 Uhr
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Gas spielt eine vergleichsweise geringe Rolle bei den Energieimporten der EU. Foto: IMAGO/Jochen Eckel

In der Energiebranche wurde über die Entscheidung der Europäischen Kommission und des Weißen Hauses vom Juli 2025 zunächst gelacht: Die EU sollte bis Ende 2028 Energie im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den USA importieren. Doch die Bilanz für 2025 und die Entwicklungen der vergangenen Wochen zeigen, dass dieses Lachen verfrüht war.

Im Gesamtjahr 2025 importierte die EU mehr Flüssigerdgas aus den USA als je zuvor – rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Doch selbst dieser Rekord reicht bei Weitem nicht aus, um das gegebene Versprechen einzulösen.

Energie

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Denn Gas spielt eine vergleichsweise geringe Rolle bei den Energieimporten der EU. Im dritten Quartal 2025 flossen von der Gesamtsumme, die die EU für Importe aller Güterkategorien ausgab, 4,1 Prozent in Gas – aber 8,6 Prozent in Öl.

Dass die EU ihre Ölimporte aus den USA erheblich steigern wird, glauben Analysten allerdings nicht. Denn dafür müsste das Öl deutlich günstiger werden als die Konkurrenzprodukte aus Norwegen und Libyen.

Diese Argumentation macht zudem deutlich, welcher Faktor Energieimporte tatsächlich bestimmt: der Preis. Die gestiegenen Gaslieferungen aus den USA sind kaum Ausdruck politischen Willens, sondern vielmehr eine Folge davon, dass die USA im vergangenen Jahr neue Flüssigerdgas-Exportterminals in Betrieb genommen und ihr Gas zu günstigen Konditionen angeboten haben.

Der Energie-Deal ist nicht nur lächerlich – sondern auch töricht

Die Rahmenbedingungen für weitere US-Gasimporte sind zwar günstig: Der Winter ist kalt, die EU drosselt weiterhin ihre Gasimporte aus Russland, und die Liefermengen aus den USA könnten noch zunehmen. Doch steigende Mengen allein bringen wenig, solange die Gaspreise fallen – denn dann steigt der Wert der Importe nicht.

Lachen kann über die unrealistische Vereinbarung also nur, wer davon ausgeht, dass US-Präsident Donald Trump gerade Wichtigeres zu tun hat, als sechs Monate alte Deals mit der EU nachzuhalten.

Aber die Entführung des venezolanischen Präsidenten durch die USA und das Entern von Ölschiffen unter russischer Flagge durch US-Militär in den vergangenen Tagen zeigen, dass US-Präsident Trump es nicht bei Deals und Drohungen belässt, wenn ihm ein Thema wichtig ist. Und Energie scheint ihm sehr wichtig zu sein.

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Es ist denkbar, dass die USA Europa eines Tages mit den zu geringen Energieimporten konfrontieren und diese als Druckmittel einsetzen, um im Gegenzug für die noch ausstehenden Lieferungen ein Aufweichen ungeliebter Vorschriften oder Zugeständnisse in geopolitischen Verhandlungen zu erzwingen. Spätestens dann würde sich zeigen, wie töricht das leichtfertige Versprechen des vergangenen Sommers tatsächlich war.

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