Gastkommentar: Eine Agenda für die Weltwirtschaft in fünf Punkten
Janet L. Yellen ist seit Januar 2021 Finanzministerin der Vereinigten Staaten im Kabinett Joe Bidens. Von 2014 bis 2018 war die renommierte Wirtschaftswissenschaftlerin Präsidentin des Federal Reserve Board.
Foto: APVolkswirtschaften weltweit haben durch die Ereignisse der vergangenen drei Jahre gelitten. Die Covid-19-Pandemie hat Millionen Todesopfer gefordert und die Weltwirtschaft zum Stillstand gebracht. Russlands brutaler Krieg hat nicht nur in der Ukraine Verheerungen angerichtet, menschliche und materielle, sondern auch die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen, die Energie und Nahrungsmittelpreise in die Höhe getrieben.
Die globale Ökonomie war gerade erst dabei, wieder Tritt zu fassen. Über diesen Krisen schwebend zeichnet sich drohend der Klimawandel ab. Schwere Dürren und Überflutungen beeinträchtigen die landwirtschaftlichen Kapazitäten und haben die Energieknappheit weltweit verschärft.
Diese Verwerfungen haben zu schweren Verknappungen wichtiger Güter – von Bauholz über Mikroprozessoren bis hin zu Energieträgern – geführt und deren Preise in die Höhe schießen lassen. Das wiederum hat das weltweite Wachstum verlangsamt.
Während des vergangenen Jahres hat die Regierung von US-Präsident Joe Biden einen historischen Wirtschaftsplan zur Stärkung der amerikanischen Resilienz auf den Weg gebracht. Wir haben Hafenkapazitäten aufgebaut, Lieferketten geprüft und historische Investitionen in unsere physische Infrastruktur beschlossen. Und wir haben Gesetze verabschiedet, die die inländischen Produktionskapazitäten in zentralen Sektoren wie Halbleitern und sauberer Energie ausweiten werden.