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GastkommentarSo könnte eine Alternative zum Öl- und Gas-Embargo aussehen

Finanziert der Westen mit Präsident Putins Kriegsmaschinerie? Müsste Moskau eine Energie-Abgabe zahlen, ließe sich flexibler sanktionieren, analysieren Ottmar Edenhofer und Axel Ockenfels. 29.03.2022 - 09:17 Uhr Artikel anhören

Ottmar Edenhofer (l.) ist Professor für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität Berlin. Axel Ockenfels ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität zu Köln.

Foto: Handelsblatt

Die westliche Welt hat gegenüber Wladimir Putins Russland harte Sanktionen verhängt. Damit will sie dem Aggressor zeigen, dass sie den Überfall auf einen unabhängigen Staat, die Verletzung des Völkerrechts und das Töten unschuldiger Zivilisten nicht einfach hinnimmt – auch wenn eine direkte militärische Intervention nicht infrage kommt.

Die Frage, wie sich die Finanzierung von Präsident Putins Kriegsmaschinerie am besten stoppen lässt, harrt allerdings noch einer überzeugenden Antwort – obwohl die Diskussion über ein umfassendes Rohöl- und Erdgasembargo knapp fünf Wochen nach Kriegsbeginn bereits voll entbrannt ist.

Diese Strafmaßnahme würde Russlands Wirtschaft womöglich schnell in die Knie zwingen. Mit dem Verzicht auf russische Energieimporte ist die Hoffnung verbunden, Putin zum Einlenken zu bewegen. Immerhin stammen ja 40 Prozent der russischen Staatseinnahmen aus dem Öl- und Gasexport, wobei fast 30 Prozent auf die Öllieferungen entfallen. Bekanntlich könnte ein Lieferstopp aber auch in den Abnehmerländern zu spürbaren wirtschaftlichen und sozialen Verwerfungen führen.

Dieses Dilemma hat zu einer zunehmend verhärteten Debatte geführt, bei der die tödliche Tragödie in der Ukraine und die Nachhaltigkeit der Sanktionen gegeneinander in Stellung gebracht werden. Zurück bleiben eine ratlose westliche Öffentlichkeit, ein vehement Solidarität einfordernder ukrainischer Präsident – und eine streitende ökonomische Zunft.

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