Gastkommentar: Warum die Digitalisierung wichtig für den Klimaschutz ist – trotz ihres hohen Energiebedarfs
Markus Haas ist CEO des Telekommunikationsanbieters O2 Telefónica in Deutschland.
Foto: BloombergÜbermorgen am Earth Overshoot Day hat die Menschheit weltweit mehr natürliche Ressourcen verbraucht, als die Erde innerhalb eines Jahres produziert. Aus Umweltsicht leben wir dann für den Rest des Jahres auf Pump.
Bereits seit 1970, dem Jahr, in dem der Earth Overshoot Day noch der 29. Dezember war, übersteigt der jährliche Verbrauch die zur Verfügung stehenden Ressourcen. Und zwar immer früher im Jahr.
Fakt ist: Wir müssen diesen Negativtrend umkehren. Und dazu brauchen wir die Digitalisierung. Denn durch den gezielten und beschleunigten Einsatz digitaler Technologien können wir unsere Emissionen deutlich reduzieren.
Beispiel Deutschland: Prognosen des Branchenverbands Bitkom zeigen, dass wir rund ein Drittel der CO2-Reduktionen für das Klimaziel Deutschlands im Jahr 2030 durch ein Mehr an Digitalisierung erreichen können. Weltweit können digitale Technologien und Dienstleistungen die CO2-Emissionen bis 2030 um 15 bis 35 Prozent senken, wie das Weltwirtschaftsforum (WEF) analysiert hat.
Kern der Digitalisierung ist die Vernetzung und Steuerung von Geräten. Möglich machen dies ultraschnelle Telekommunikationsnetze. Allein der Mobilfunkstandard 5G erlaubt die Vernetzung und Verwaltung von einer Million Geräte auf einem Quadratkilometer. Die Netze bilden digitale Lebensadern für smarte Mobilität, digitale Dienstleistungen und vernetzte Produktion.