Gastkommentar: Toxische Maskulinität: Wie krank ist Wladimir Putin?
Das Aussehen des russischen Präsidenten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert.
Foto: via REUTERSErstpublikation: 01.06.2022, 10:29 Uhr. In einer modernen Unternehmensführung haben alte Muster ausgedient. Machos, Patriarchen und Alleinherrscher werden zunehmend aussortiert. Gleichzeitig erleben wir in der Weltpolitik eine unheilvolle Renaissance toxischer Männlichkeit.
Es ist ja nicht nur Wladimir Putin, der durch seinen Angriffskrieg Kriegsverbrechen seiner Armee in der Ukraine verantwortet. Auch die Lukaschenkos, Trumps, Bolsonaros, Kims und Erdogans bauen ihre Macht auf einem Männerbild des harten Typen auf, das wir in Deutschland in weiten Kreisen ablehnen.
Die Mobilisierung des Männlichkeitskults funktioniert aber nur, wenn der Alleinherrscher gleichzeitig Gesundheit und Fitness ausstrahlt. Wer mit Manipulation, Skrupellosigkeit und der Bereitschaft, Menschen zu opfern, regiert, der darf selbst keine gesundheitliche Schwäche zeigen.
Deshalb inszenierte sich Putin früher mit nacktem Oberkörper beim Reiten, spielte Eishockey und pflegte sein Image als Judoka. Bolsonaro und Lukaschenko haben keine Angst vor Corona. Und Trump versuchte, um die Ergebnisse seiner gesetzlich vorgeschriebenen Gesundheitschecks als US-Präsident ein Staatsgeheimnis zu machen. Egomanen zeigen keine physische Schwäche.